Oktober 2017

Archiv

Nach Schwaben, Kinder! - Zum letzten Mal im JES!

Wir haben die Schauspieler und den Regisseur gefragt,

was für sie das Besondere an der Produktion ist uns was Ihnen ganz sicher in Erinnerung bleibt.

Mein persönlicher Gänsehautmoment in der Aufführung kommt dann, wenn die Schwabenkinder mit ihren Ziehharmonikas erzählen, wie sie, nach dem langen Marsch durch Eis und Schnee, von der Höhe der Berge aus zum ersten Mal in ihrem Leben das Meer sehen – den Bodensee – und der Loisl ungläubig staunend sagt: „Ober – Schwaben“, als sei’s ein Stück vom Paradies. Feuchte Augen, immer noch, nach fast sechs Jahren! Und bei den letzten Vorstellungen freue ich mich wie ein Kind, noch mal alle die herzergreifenden Songs zu hören; und wie Reinhold Ohngemach als kleinster oberschwäbischer Rotzlöffel und Nervensäge „Otto“ zum x-ten Mal den Kalauer raushaut: „I mach nemme mit! I gang nach Tirol!“ Danke an Euch alle – Theaterzeit ist Lebenszeit!!!
Klaus Hemmerle

Ganz eindrücklich bleiben mir die echten, tief verschneiten Wege der Schwabenkinder an unserem Recherche–Tag in Erinnerung. Aus der Stadtmitte Stuttgarts kommend – für einen Moment erwischt mich das im wahrsten Sinne kalt: wie viele Abschiede zwischen Kindern und Eltern dort oben! Unten auf der Bühne: Meine Freude am Oberschwäbisch, am Hackbrett, Bratkartoffeln etc.etc.– irgendwie alles so griffig.... schon auch das ein wehmütiger Abschied dann bei der letzten Vorstellung.
Sabine Zeininger


Am meisten werde ich vermissen, von Reinhold aufs Kreuz gelegt zu werden. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir Ottos Kampf mit der Lederhose. Bei den letzten Vorstellungen freue ich mich besonders auf Djangos Schwabenpfännle
Alex Redwitz

Otto wird mir fehlen, (obwohl er mein Gröstl nicht mag).
Django Hödl

Ich spiele für die vielen Kinder auf der Welt, denen es heute noch schlecht oder sogar noch viel schlechter geht als damals den Schwabenkindern.
Reinhold Ohngemach

Ich werde vermissen, immer wieder diese Reise zu machen, dieses Jahr zu durchlaufen, weil ich noch sehr die Bilder im Kopf habe, als wir unsere Reisen nach Tirol und Oberschwaben gemacht haben. Ich hab’s jetzt schon vermisst.
Gerd Ritter

Am meisten wird mir das Musikmachen mit meinen tollen Kollegen fehlen. Und jedes einzelne Schwabenkind. Und die „Sauschwaben“ irgendwie auch ;)
Sarah Kempin

 

Ein Tag im Leben von...

Jan Keller (Techniker)

Jan Keller und seine KollegInnen sind nicht auf der Bühne zu sehen und doch essentiell für jedes Theaterstück: Sie arbeiten im Bereich der Technik am JES. Montagmorgen, neun Uhr: Arbeitsbeginn für Jan. Heute wird ein Stück gespielt, bei dem er für das Licht zuständig ist. Zehn Minuten vor Vorstellungsbeginn zieht er sich in die hinterste Ecke zurück. Natürlich nur, weil dort sein Mischpult steht. Die ganzen Knöpfe und Regler, das ist seine Welt.
Sobald alle sitzen, schaltet er den auf die Schauspieler gerichteten Scheinwerfer ein: Die Vorstellung beginnt.
Von seinem Platz aus kann der Techniker immer die gesamte Bühne überblicken und mit Hilfe seines Ablaufplans jede Lichtstimmung und jede Musik punktgenau einschalten. Im Oberen Foyer sitzt er ganz hinten, wie heute, und im großen Theatersaal hat er seinen Platz direkt unter der Saaldecke: Hier gibt es eine Technik-Empore, von welcher aus alles gesteuert wird. Da muss man sich erst einmal zurechtfinden zwischen all den Kabeln, Rechnern, Mischpulten und Schaltern.

Nachdem die Vorstellung beendet ist, steht die Lichtprobe für ein Stück im großen Saal auf dem Arbeitsplan. Vor jeder Vorstellung müssen die Scheinwerfer und Lichter auf ihre Funktionalität überprüft und neu eingerichtet werden. Wichtig ist: „Es muss sehr exakt gearbeitet werden.“ Die Scheinwerfer müssen richtig positioniert werden, es müssen Farbfolien aufgelegt oder ausgetauscht werden und es muss überprüft werden, ob alle Scheinwerfer richtig verkabelt sind. Jede muss auf Abruf funktionieren. Um das zu testen, gibt es einen Plan, auf dem jede einzelne Lampe mit einer Nummer eingezeichnet ist. Der Techniker muss also nur noch auf seiner Fernbedienung die entsprechende Zahl drücken, damit sie leuchtet. Klingt einfach, doch mit einem Knopfdruck ist es bei einer Vorstellung nicht getan. Es sind bis zu 180 Scheinwerfer, über die Jan die Kontrolle haben muss. Die meisten
können zusätzlich noch in ihrer Intensität verändert werden, mehrere Scheinwerfer können zusammen leuchten und die Lampen müssen auf die Sekunde genau ein- und ausgeschaltet werden. Und das ist nur das Licht. Parallel dazu muss der Techniker auch noch zum richtigen Zeitpunkt den richtigen Ton treffen. Ohne Licht und Ton wäre ein Stück nur halb so spannend: Durch Änderungen des Lichts entsteht eine bestimmte Atmosphäre, Räume werden geschaffen, Kälte oder Wärme wird vermittelt, Tag und Nacht wird deutlich. Durch Töne und Musik können Spannungen aufgebaut werden, Figuren charakterisiert und Gemütslagen verdeutlicht werden. Damit auch alles so funktioniert, müssen diese ganzen Vorbereitungen getroffen werden. Und die werden jetzt waghalsig! Da Scheinwerfer an der Decke hängen und Theatersäle bekanntlich nicht gerade niedrig sind, muss sich Jan nicht selten fünf Meter in die Höhe wagen, um alles ins rechte Licht zu rücken.

Auf seiner Leiter thronend wechselt er in aller Ruhe Farbfilter und bewegt die Scheinwerfer so lange, bis das Licht so auf die Bühne fällt, wie es im Lichtplan für das Stück geschrieben steht. „Höhenangst sollte man als Techniker wirklich nicht haben“, schmunzelt er während er die Leiter herunterklettert, um zwei Meter weiter gleich wieder hinauf zu steigen. „Mein Beruf ist sehr abwechslungsreich und spannend. Außerdem kann ich mir nebenbei die ganzen Theaterstücke ansehen, die ich alle sehr schön finde“, sagt er mit einem Lächeln im Gesicht, bevor er sich in den wohlverdienten Feierabend verabschiedet.

Von Hanna Marquardt (Praktikantin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)

Ein Tag im Leben von...

Christine Bentele (Ausstatterin)

Um 9 Uhr beginnt der Arbeitstag von Christine Bentele. Man trifft sie da an, wo allerlei Kostüme hängen, die unterschiedlichsten Stoffe und Materialien liegen und sich Perücken, Masken und Modelle fi nden, wohin man nur schaut: Christine arbeitet im Bereich der Ausstattung und Requisite am JES. Heute Abend findet die Wiederaufnahme des Stücks „Der Kleine und das Biest“ statt und deshalb sucht sie schon fleißig zusammen, was dafür gebraucht wird. „Das ist wahrscheinlich das Stück mit den meisten Requisiten“, lacht sie, während sie den zweiten großen Einkaufswagen füllt. Und alles selbstgemacht! Die Kostüme für die Schauspieler haben Christine und ihre Kolleginnen selbst gestrickt, die Masken sind handgemacht und jeder Ausstattungsgegenstand ist von Hand gebastelt und bemalt. Um alles fertig zu bekommen, haben sie zwei Monate gebraucht, zu fünft. Mit dem Beginn der Proben für ein neues Stück fängt auch die Requisitenarbeit an. Zunächst werden provisorische Teile hergestellt und verwendet, doch mit der Entwicklung der Inszenierung werden auch die Vorstellungen
für die Requisiten präziser und die Ausstatterinnen arbeiten auf Hochtouren.
Trotz einiger Richtungsweisungen und Vorstellungen der Bühnenbildnerin konnten sie sich bei dieser Produktion künstlerisch austoben und die Requisiten auf ihre Weise gestalten. Diese Freiheit liebt Christine Bentele an ihrem Beruf: „Es ist total schön, seine eigenen Ideen in die Gestaltung mit einzubringen und seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Das macht riesigen Spaß!“

Jetzt muss die Bühne für das folgende Stück eingerichtet werden. Bei jeder Vorstellung muss alles exakt gleich stehen und liegen. Deshalb gibt es ein hilfreiches Heft, in dem mit Fotos und Beschreibungen unter anderem gezeigt wird, wo der Schlüssel seinen Platz hat und wie die selbstgebastelten Ketchupflaschen im Regal zu stehen haben. Ebenso müssen die Kostüme geschickt auf und hinter der Bühne platziert werden, da sich die Schauspieler während des Stücks mehrmals umziehen müssen. Auch hier sind die Frauen der Ausstattung behilflich: Ungesehen ziehen sie den SchauspielerInnen hinter der Bühne die Masken ab und helfen ihnen, ins neue Kostüm zu schlüpfen, damit alles reibungslos weitergehen kann. Das Publikum merkt davon nichts. Es fragt sich nur, wie die SchauspielerInnen es geschafft haben, so schnell die Kleider zu wechseln. Nun ist der Zaubertrick enthüllt! Während Christine jedes einzelne Requisit exakt platziert, wird deutlich, wie wichtig das Bühnenbild für das gesamte Stück ist. Die Gestaltung der Bühne lässt die Zuschauer in die Geschichte des Stücks eintauchen und je schöner und professioneller die Komponenten gestaltet sind, desto besser gelingt das. Genau das will Christine mit ihrer Arbeit erreichen: „Ich kann auf der Bühne eine eigene Welt kreieren, in die ich die Zuschauer indirekt entführe. Ich bin nicht auf der Bühne präsent, aber ich bewirke durch meine Arbeit etwas in den Köpfen der Zuschauer. So stehe ich im Austausch mit ihnen und die von mir erschaffene kleine Welt vermischt sich mit der realen Welt.“

Von Hanna Marquardt (Praktikantin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit)

Expertentipp

Kleon Medugorac (Grafiker)

Gerade noch sitzt man am Festivalheft für „Schöne Aussicht" und – zack!– soll man sich ein Motiv für „The Emigrants“ überlegen. Eines ist sicher: Die Arbeit für das JES wird nie langweilig!
Hier tippe ich also zum ersten Mal einen eigenen Text in diesen Lepo, in den ich schon so viele Texte gesetzt habe, und weiß gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll. Vielleicht am besten am Anfang: In der Spielzeit 2011/12 hat das JES einen neuen Grafi ker gesucht, mein Freund Alex Redwitz (Euch sicherlich bekannt als Hase Nulli, Donald Delpe, Wolf und vielen anderen Rollen) hat mir gesagt, ich solle mich doch bewerben. Ich habe schon lange für verschiedene Theater gearbeitet und Gestaltung für Kinder und Jugendliche auch schon immer sehr gerne gemacht... Von Anfang an war ich am JES begeistert von der Offenheit und Herzlichkeit aller im Team und anscheinend kamen meine Arbeit und mein Charakter dort gut an. So fanden das JES und ich also zusammen.
Seitdem habe ich viele, viele Plakate, Lepos, Flyer, Spielzeithefte, Aufkleber und und und fürs JES entworfen. Dabei ist es jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung die passende Bildsprache und Aussage für das jeweilige Stück bzw. das jeweilige Publikum zu fi nden. Ich empfi nde die Arbeit mit dem JES-Team dabei als sehr angenehm, weil man immer gut über die Dinge spricht. Das ist kein Verhältnis wie mit einem Kunden, sondern wir sind EIN Team.
Einmal durfte ich im Rahmen eines FreiSpiels an dem Stück „Du und ich“ mitarbeiten und habe dort Musik, Video und Visuals gemacht und auch etwas an Bühne und Kostümen geholfen. Das war ein super Projekt und hat extrem Spaß gemacht.
Die Stücke, die ich im JES gesehen habe, haben mich immer beeindruckt und mich oft nachdenklich aus dem Theatersaal gehen lassen. Das finde ich spitze und für ein Kinder- und Jugendtheater keinesfalls selbstverständlich.
So, jetzt muss ich aber wieder an „Schöne Aussicht“ weiterarbeiten...
P.S.: Auf die nächste Spielzeit freue ich mich auch schon... Wir haben schon viele neue Ideen entwickelt und bald geht es an die Arbeit.
Ihr dürft gespannt sein!

Neue Mitarbeiterinnen im JES

Cindy Jänicke

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Zum Ende dieser Spielzeit wirst du im JES die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und das künstlerische Betriebsbüro übernehmen. Worauf freust du dich am meisten?

Am meisten bin ich glücklich darüber, dass ich am JES als feste Mitarbeiterin anfangen darf und mit meiner kleinen Familie in Stuttgart bleiben werde. Und dann freue ich mich auf die Herausforderung, mitzubestimmen, wie sich das JES nach außen zeigt, was es von sich erzählt, wie es aussieht, wie die Leute es sehen. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ist ja wie ein flutschiger Fisch, man kann sie nicht so genau greifen und muss schnell hinterherfassen, sonst hat man sie aus den Händen verloren. Wie finden wir neue, spannende Wege, um das JES in die Stadt, die Wohn- und Kinderzimmer, die Facebook-Like-Listen und Whatsapp-Gruppen, aber auch in die Schulen, Kitas und Kindergärten zu tragen?
Und im Betriebsbüro hab ich die Aufgabe, einfach alles zu koordinieren. So wie der Lotse im Hafen, der dafür sorgt, dass das Schiff fährt und nicht stehenbleibt oder sogar aufläuft. Im Betriebsbüro laufen alle Fäden zusammen,
die künstlerischen, die technischen, die organisatorischen und auch eigentlich noch die inhaltlich-philosphischen. Das sind dann die „da müssten wir mal wieder“ oder die „wenn das zusammen ginge, wäre es toll“-Sätze, an denen ich dann so lange basteln muss, bis alle den Daumen oben haben und es dann heißt: also dann, Leinen los!

Du hast nun schon zum zweiten Mal das internationale Festival Schöne Aussicht am JES organisiert. Wie hast du das JES bisher erlebt?

Das Festival ist für mich eine Mischung aus „La Famille“ und Hochleistungssport. Schöne Aussicht ist ein sehr besonderes Erlebnis und die Organisation des Festivals zusammen mit Grete Pagan ist eine der schönsten Aufgaben, an denen ich bisher arbeiten durfte. Die Jury übergibt uns die Liste der Stücke, die eingeladen sind, und wir erwecken die Namen auf dem Zettel mit allen hier im JES zum Leben, geben ihnen Räume, ein Rahmenprogramm,
ein Aussehen, wir laden die Stadt, das Land, die Welt ins JES ein und feiern dann neun Tage ein wildes Fest. Am JES arbeiten sehr besondere KollegInnen, denn irgendwie ist es auch, wenn es mal schwierig oder kompliziert wird, immer so, dass man zusammen etwas will und dann auch schafft. Ich bin gespannt auf diesen Teamgeist und die familiäre Atmosphäre auch nach dem Festival.

Was bedeutet es für dich an einem Kinder- und Jugendtheater zu arbeiten?

Kinder und Jugendliche haben selten eine Plattform, sie haben wenige Interessensvertretungen, oft kein Forum, das sie vertritt. Kinder und Jugendliche haben aber Haltungen, werden die Welt verändern, werden die Gesellschaft maßgeblich prägen, werden die Zukunft sein. Häuser wie das JES sind Stellvertreter und Raumgeber für Kinder und Jugendliche. Und genau das möchte ich jetzt und auch in Zukunft unterstützen.

 

Sezin Onay

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Du fängst in der neuen Spielzeit als Theaterpädagogin hier am JES an. Auf was freust du dich am meisten?

Ich freue mich besonders auf die gemeinsame Zeit und Zusammenarbeit mit dem JES-Team und auf die vielen neuen Gesichter, die zum Spielen ans Theater kommen. Ich bin sehr gespannt auf deren Geschichten und den neuen Input. Außerdem freue ich mich natürlich auf Stuttgart und die schwäbische Küche.

Was macht für dich die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen am Theater aus?

Die jungen SpielerInnen, die man während der gemeinsamen Theaterarbeit kennenlernt, sind meist auf der Suche nach Antworten und sich selbst, egal ob bewusst oder unbewusst, und bringen dadurch viel Neugierde, Fantasie, Kreativität und Experimentierfreude mit. Durch das Theater kann eine Plattform geschaffen werden, auf der sie sich bewusst und intensiv mit Themen aus ihrer Lebenswirklichkeit, aber auch aus Bereichen, die ihnen bisher vielleicht fremd waren, spielerisch auseinandersetzen, reflektieren, sich weiter entwickeln, ausdrücken und mit anderen in den Dialog treten können. Es bringt immer wieder sehr viel Freude die Kinder und Jugendlichen während des Probenprozesses mit all ihren Talenten und Besonderheiten kennenzulernen, diese zu fördern und gemeinsam mit ihnen ein Theaterprojekt auf die Beine zu stellen.

Nebensache

von Gitte Kath und Jakob Mendel
aus dem Dänischen von Volker Quandt

Eine Geschichte vom Aufbruch, von Wünschen, Hoffnungen und Enttäuschungen. Gemeinsam mit dem Publikum lässt der Erzähler einen Bauernhof entstehen. Hier lebte einst ein Bauer. Er bestellte die Felder, versorgte die Tiere. Er war zufrieden. Aber dann meinte er, es fehle etwas, so sehr ruhig und geordnet lief sein Leben von morgens bis abends. Also fährt der Bauer eines Samstagabends auf seinem Traktor in die Stadt. Hier trifft er auf die Frau seines Herzens. Als er mit ihr eine Familie gründet, scheint das Glück perfekt. Doch genauso, wie das Idyll aus dem Nichts entsteht, so bricht es am Ende auch wieder zusammen.

Der Schauspieler, Regisseur und Autor Peter Rinderknecht ist seit über zwei Jahrzehnten einer der wichtigsten Vertreter der Schweizer Theaterszene für ein junges Publikum. Als Leiter des "Theater für ein wachsendes Publikum" gastiert er mit seinen Stücken in zahlreichen Ländern. Mit seiner offenen Form des Geschichten-Erzählens erzeugt er ganz eigene Theaterwelten, in denen sich Realität und Phantasie untrennbar verknüpfen.

Nebensache ist die allererste Produktion des Jungen Ensembles Stuttgart und feierte 2003 Premiere. Seit dem war die Produktion bereits bei zahlreichen Festivals auf der ganzen Welt zu sehen, z.B. in Indien, Mexiko, Norwegen und Irland.

Dauer der Aufführung: 50 Minuten
Premiere: 17.09.2003

Mit: Peter Rinderknecht | Regie: Brigitte Dethier | Komposition: Roman Riklin

Der Kleine und das Biest

nach dem Bilderbuch von Marcus Sauermann und Uwe Heidschötter

„Wenn deine Mutter sich in ein Biest verwandelt hat, ist vieles anders.“
Das weiß der kleine Junge zu berichten, dessen Mutter sich in einen stupiden, unberechenbaren Trauerkloß verwandelt hat. Was tun, wenn die eigene Mutter zum Biest wird, das es fortan zu trösten gilt? Einerseits ist so eine Verbiesterung ja ganz praktisch. Schließlich verbieten traurige Biester einem nicht dauernd alles und beim Spielen wollen sie auch nicht immer unbedingt gewinnen. Eigentlich ist so einem Biest ziemlich vieles nämlich ziemlich egal. Und das kann andererseits auch ganz schön nerven.  Zum Beispiel beim Einkaufen oder Zubettgehen.  Was bleibt dem Jungen da übrig  –  er tut, was getan werden muss: Er kümmert sich um das Biest, damit es nicht mehr so unglücklich ist. Und er kümmert sich um sich selbst, weil das Biest so viel vergisst. Das Tröstliche daran: Solch eine Verbiesterung dauert zwar eine ganze Weile, aber sie geht  vorüber.

Brigitte Dethier bringt die tröstliche und humorvolle Geschichte nach dem Bilderbuch von Marcus Sauermann und Uwe Heidschötter, in der ein kleiner Junge die Verantwortung für seine Familie übernimmt, im JES-Saal zur deutschsprachigen Erstaufführung.

Dauer der Aufführung: 50 Minuten
Premiere / Deutschsprachige Erstaufführung am 14.02.2015

Mit: Prisca Maier, Gerd Ritter, Nils Beckmann/Till Beckmann | Regie: Brigitte Dethier| Ausstattung: Carolin Mittler | Musik: Frank Kuruc, Benedikt Abert | Dramaturgie: Franziska Finke | Theaterpädagogik: Hannes Michl

Besonderer Dank: Marcus Sauermann, Uwe Heidschötter, Andrea Funk, Marcel Lyhs (Specials), Stefan Bünnig (Videoanimation), Mathias Nacke (Chefmaskenbildner Schauspiel Staatstheater Stuttgart) und an alle fleißigen Strickerinnen!

Bühnenbild und Dekoration wurden in den hauseigenen Werkstätten des JES konzipiert und hergestellt.

 

Uno a Uno

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von Roberto Frabetti

Ein kleines Ich entdeckt seine ureigene Welt: sich selbst, Farben, Musik, Spiel und irgendwann auch das Du. So wird die Welt von Ich größer und größer, bis schließlich eines Tages ein Weltendieb vorbeizieht. Ich ist klein, läuft aber entschlossen los, um seine Welt zu retten.

Koproduktion mit La Baracca Teatro Testoni Ragazzi / Bologna, Italien
Gefördert im Fonds Wanderlust der Kulturstiftung des Bundes

Dauer der Aufführung 45 Min.
Uraufführung am 6.11.2011

Gefördert im Fonds Wanderlust der files/Redaktion/Logi/ksb_blau.gif

Heartcore Research 14 +

Theatral-mediale Performance

Was ist sexy? Zeigen Pornos echten Sex? Was sind die witzigsten Sex Fails? Sind Mädchen immer zickig? Was macht einen echten Player aus? Können Jungs Sex und Liebe besser voneinander trennen als Mädchen? Sex ohne Liebe - geht das überhaupt? Verlieben wir uns am Ende nicht doch immer ineinander, vor lauter nackter Haut?
Es gibt eine Menge zu klären und zu diskutieren, denn je freizügiger unsere Gesellschaft geworden ist, desto weniger reden wir wirklich über das Thema Sex. Zwar werden Jugendliche heute in der Schule aufgeklärt und in den Medien permanent mit Sex bombardiert, gleichzeitig stehen Leistungsdruck oder die Angst vor einer Blamage einem authentischen Gespräch über Unsicherheiten, Wünsche und Sehnsüchte jedoch oftmals im Wege.

Gemeinsam mit dem Publikum wollen wir in einer interaktiven Theaterinstallation einen Blick hinter die Kulissen werfen, Klischees und Rollenbilder hinterfragen, Missgeschicke und Pannen zugeben, flüstern und tuscheln, kreischen und um die Wette stöhnen und vor allem wollen wir endlich herausfinden, was so kompliziert ist an der Liebe und dem Sex.

Zusammen mit dem Regisseur Christian Müller haben sich die Schauspielerinnen Elisabeth Jakob, Prisca Maier und Sabine Zeininger in der letzten Frei-Spiel-Zeit in ein Research gewagt, mit Pornostars, Sexualpädagogen und Jugendlichen über Sex und Liebe gesprochen. Das Team hat diskutiert, geforscht, getestet und experimentiert und und die Recherche geht weiter!

Dauer der Aufführung: ca. 75 Minuten

Mit: Prisca Maier, Elisabeth Jakob, Sabine Zeininger | Regie: Christian Müller| Ausstattung: Maria Muscinelli | Technik: Christian Burkhardt (Licht), Dilini Keethapongalan (Video), Vincent Schmid (Sounds) | Dramaturgie: Franziska Finke | Theaterpädagogik: Hannes

Besonderer Dank an unsere Probenklassen sowie an August Braun (Sexualpädagoge), Valentin Eisele (Grafik), Isabelle von Gatterburg (Choreographie), Jonas Bolle und Simon Kubat (simonundjonas / Rap), Cornelius Nieden (Musik), Luise Junghans (Assistenz) und alle Interviewpartner.

 

h.e.i.d.i.

Heimat entsteht in deinem Innern

Ensemble-Projekt nach Motiven von Johanna Spyri

Heidi? Wirklich, Heidi? Die uralte, angestaubte, lieblich-süße Geschichte aus den Schweizer Bergen des vorvergangenen Jahrhunderts??
Genau, die, Heidi! Die zeitlose Parabel über Heimat und Sehnsucht, über Naturverbundenheit und Freiheit, über das gute Kind, das scheinbar allein mit seinem Optimismus in der Lage ist, Berge zu versetzen. Die Geschichte darüber, wie dieser Glaube an das Gute im Leben ohne die vertraute Umgebung, ohne die Heimat verloren zu gehen droht. Eine Geschichte also auch über Menschen, die plötzlich in unserer Mitte auftauchen, die sich bislang unbekannten Regeln und Systemen stellen, die damit klar kommen müssen, dass sie nicht wirklich gewollt sind. Die aber mit ihrem Blick auf uns der Gesellschaft wichtige Impulse geben könnten.
Wer einsteigt in den Kosmos, den Johanna Spyri Ende des 19. Jahrhunderts erschaffen hat, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus, wie viele Ebenen sie mit ihrer vermeintlich einfachen Geschichte berührt hat. In einem Ensemble-Projekt nähert sich das JES dem Heidi, der eigenen Kindheit, der Frage, was Heimat ist.
Und natürlich erzählen wir vom Alp-Öhi mit seiner düsteren Vergangenheit, der sein Enkelkind bei sich aufnehmen muss. Vom Geißen-General Peter, der seine Tiere im Griff hat, aber nicht seine Gefühle. Von der kranken Klara, die in Frankfurt fern jeglicher Natur aufwächst. Von Tante Dete und Gouvernante Fräulein Rottenmeier, die fest davon überzeugt sind, das Beste für Heidi zu wollen. Vom schrecklich guten, aber meist abwesenden Vater von Klara. Von einer hellsichtigen Ärztin und gütigen Großmüttern.

Expeditionsleiter ins Heidi-Universum ist Regisseur Klaus Hemmerle, der schon mehrfach Stücke am JES entwickelt und inszeniert und bei „Nach Schwaben, Kinder!“ auch bereits Berg-Erfahrung gesammelt hat.

Dauer der Aufführung: ca. 75 Minuten
Premiere 18.04.2015

Mit: Lucas Federhen/Nils Beckmann, Prisca Maier, Alexander Redwitz, Gerd Ritter, Franziska Schmitz, Sabine Zeininger | Regie: Klaus Hemmerle| Ausstattung: Andreas Wilkens | Musik: Frank Kuruc | Dramaturgie: Christian Schönfelder | Theaterpädagogik: Peter Galka

 

Nach Schwaben, Kinder!

Ensembleproduktion

Weil im 19. Jahrhundert den kargen Almen der Alpentäler nicht genug Ertrag abzuringen war, um die ganze Familie zu ernähren, mussten Jahr für Jahr 5000 bis 6000 Bergbauernkindern mit Beginn der Schneeschmelze hinab ins Alpenvorland, nach Schwaben. Dort wurden die 6- bis 15-jährigen Jungen und Mädchen auf Kindermärkten vermittelt und mussten den Sommer über als Hirtenkinder, Mägde und Knechte arbeiten.

Das aus Original-Material und Improvisationen entwickelte Stück begleitet den Weg von fünf Kindern aus Ischgl im Paznauntal, heute ein Ski-Paradies, im Jahr 1882: bei bitterer Kälte, in dürftiger Kleidung und zum Teil in schlechter körperlicher Verfassung, über den verschneite Arlbergpass hinab ins reiche Oberschwaben.
In der für sie völlig fremden Welt waren sie auf sich allein gestellt, konfrontiert mit Menschen, von deren Wohlwollen sie abhängig waren, deren Dialekt und Gebräuche sie jedoch oft kaum verstanden. Wie es den Tiroler Kindern in der Fremde erging, war Glückssache: Die einen genossen Familienanschluss, knüpften Banden für ein ganzes Leben und fanden vielleicht gar den Ausweg aus der heimatlichen Armut. Andere wurden behandelt wie Leibeigene, geschlagen, angeschrien und mit magerer Kost abgespeist. Und gar nicht wenige verloren ihre Leben oder verschwanden irgendwann spurlos.

Dauer der Aufführung: ca. 90 Minuten
Premiere: 12.06.2010

Mit: Sarah Kempin, Sabine Zeininger; Django Hödl, Reinhold Ohngemach, Alexander Redwitz, Gerd Ritter | Regie: Klaus Hemmerle| Ausstattung: Tilo Steffens | Musik: Frank Kuruc

100 m

Von Ralf N. Höhfeld

9,58 Sekunden beträgt die Weltrekordzeit auf 100 Metern. Es sind nur 9,58 Sekunden, in denen sich der Junge und das Mädchen im Stadion begegnen. Er findet ihre Nase vom ersten Augenblick an umwerfend und verliebt sich Hals über Kopf in das Mädchen im Kapuzenpulli. Wer ist der Junge? Ist er derjenige, mit dem sie nicht gerechnet hat, der sie aus der Bahn werfen und aus dem Konzept bringen kann? Die beiden Athleten stehen in den Startlöchern, gleich beginnt das Rennen. Der Junge sieht das Mädchen nicht an. Was denkt sie jetzt? Ihr Blick richtet sich auf die Zielgerade. Was denkt er jetzt?

Können wir jemanden für uns gewinnen, wenn wir nur lange genug dafür trainieren? Was passiert, wenn Liebe zum Wettkampf wird und wir uns schließlich nichts mehr wünschen, als den anderen zu überholen? Und warum schaffen wir es auch in Bestform manchmal nicht, das wirklich Wichtige in 9,58 Sekunden zu sagen?

Regisseur Christian Müller bringt das Stück, mit dem Ralf N. Höhfeld den Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg 2014 gewonnen hat, nun im JES mit Franziska Schmitz und Nils Beckmann zur Uraufführung.

Besonderer Dank an: Jonas Weber (Hospitanz), Isabelle von Gatterburg (Choreographie), Philipp Kaiser, Dominik Schatz (Lichtgestalten/Visuals), Steffen Dix (Musik), Jonas Bolle und Simon Kubat (jonasundsimon/ Rap).

Dauer der 25.10.2014

Mit: Franziska Schmitz, Nils Beckmann | Regie: Christian Müller| Ausstattung: Jeannine Simon

Fight!

Basierend auf Motiven von Chuck Palahniuk

Ein Mann, nennen wir ihn „Joe“, blickt zurück. Auf seine Jugend, seine Liebe, sein Leben. 20 Jahre lang war er aus dem Verkehr gezogen. Doch die Erinnerungen kehren unweigerlich zurück. An seinen besten Freund, der mit der Frau ins Bett ging, die doch eigentlich „Joe“ wollte. Keine ganz einfache Dreier-Konstellation also.

Damals ist „Joe“ jung gewesen, mobil, mehr oder weniger erfolgreich, aber ohne Gefühl für irgendeinen Sinn dahinter. Weil er nicht schlafen kann, schickt ihn sein Arzt zu Selbsthilfegruppen von Krebs- und Parasiten-Patienten. Die Wirkung ist frappierend, doch als dort eine weitere Simulantin auftaucht, ist es vorbei mit dem Schlaf. Und als auch noch seine Wohnung in die Luft fliegt, ist „Joe“ endgültig heimatlos.
Da tritt ein junger Mann in sein Leben. In allem das Gegenteil. Charismatisch, zynisch, Frauenheld und gegen jede Form von Besitz. Es entwickelt sich, so scheint es, eine Hass-Freundschaft. Und sehr bald eine schwierige Dreiecksgeschichte.
Natürlich ist es die Idee dieses Freundes, einen Kampf-Klub zu gründen. Die Regeln sind einfach, archaisch, Mann gegen Mann. Und auch das Projekt Chaos, mit dem er Materialismus und Kapitalismus, jeder Form von falschem Leben, den Kampf ansagt, ist die Idee dieses ungreifbaren Freundes. Eine Idee, die sich verselbständigt und außer Kontrolle gerät.

Ausgehend von einem nach wie vor hochaktuellen Roman von Chuck Palahniuk aus den 90er Jahren entwickelte das JES-Ensemble eine assoziationsreiche Geschichte über den Umgang mit Männlichkeit in unserer Gesellschaft, über Freundschaft, Liebe und Kapitalismus

Dauer der Aufführung: ca. 90 Minuten
Premiere: 03.02.2013

Mit: Elisabeth Jakob; Nils Beckmann, Alexander Redwitz, Gerd Ritter, Uwe Topmann | Regie: Frank Hörner| Ausstattung: David Gonter | Musik. Sebastian Maier

Das Karussell

Von Frank Hörner, Christian Schönfelder und Sabine Zeininger

Paul ist ein Kind des Jahrmarkts. Jeden Sommer zieht er mit seinem Vater und dessen Karussell von Jahrmarkt zu Jahrmarkt, über die Schwäbische Alb und immer im Herbst nach Stuttgart. Manchmal besucht ihn dort Sarah, ein Kind aus der Nachbarschaft. Zusammen drehen sie auf dem Karussell ihre Runden, er im Feuerwehrautor, sie auf einem der schönen wilden Pferde.

Doch dann gerät alles ins Stocken, es gibt keinen Jahrmarkt mehr, das Karussell wird eingemottet, der Vater muss in den Krieg, und auch Sarah ist eines Tages verschwunden. Und Paul muss viele Nächte im Keller mit seiner Mutter und vielen Nachbarn verbringen, während oben die Erde bebt. Tagsüber schaut er nach dem Karussell und träumt von abenteuerlichen Ausritten an der Seite von Sarah – bis irgendwann auch das Karussell zerstört ist wie so viele Häuser in der Stadt. Nur ein Pferd bleibt unversehrt. Und auch ein Krieg dauert nicht ewig.

Das JES hat zusammen mit dem Theater Kohlenpott ein Stück über Kindheit im Deutschland der 1940er Jahre entwickelt, die vom Verlust von Sicherheit und Heimat, von Abschied und Neuanfang, von Lebensmut und der Kraft der Phantasie erzählt, die Welten verändern kann. Und über ein altes Karussell mit seinen Pferden und Figuren, das sich dreht und dreht und dreht.

Eine Koproduktion mit dem theaterkohlenpott Herne
Mit Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Dauer der Aufführung: ca. 50 Minuten
Premiere: 14.12.2008

Mit: Sabine Zeininger | Regie: Frank Hörner| Ausstattung: Sandra Linde

Die Abenteuer des starken Wanja

von Otfried Preußler

Sieben Jahre hat Wanja schweigend auf dem Ofen rumgelegen. Nur mit ein paar Säcken voller Sonnenblumenkerne und ein paar Schafsfellen, die vor Hitze und Kälte schützen. Das hat den Brüdern natürlich überhaupt nicht gefallen, dass sie jetzt alle Arbeit allein machen sollten. Sie drohten Wanja mit Feuer, sogar das ganze Haus wollten sie anzünden. Doch Wanja ist hart geblieben, hat durchgehalten. Und wozu das alles?
Um klug und stark genug zu werden, um sich auf eine abenteuerliche Reise begeben zu können. Denn hinter den weißen Bergen wartete die Zarenkrone auf Wanja. Allerlei Hindernissen und Gegnern zum Trotz.

Nun ist Wanja alt und möchte die Krone anderen übertragen. Doch wem? Dir vielleicht? Bist du bereit, Wanjas Abenteuer erneut zu bestehen? Kannst du es mit der Hexe Babajaga und dem bösen Och aufnehmen? Wanja rechnet mit dir. Denn der gemeine Großfürst Dimitrij und sein Gehilfe Hauptmann Kujuk stehen schon bereit. Sie werden dir Steine in den Weg legen und versuchen, dich von deiner Reise abzuhalten. Aber keine Angst, Wanja ist bei dir, und jede Menge anderer Kinder auch. Schafft ihr es, als erste an die Rüstung des Zaren Iwan Wassiljewitsch zu gelangen?

Regisseurin Grete Pagan und ihr Team haben eine aufregende Theaterstunde entwickelt, bei der die Zuschauer Wanjas Abenteuer auf eigene Art erleben und bestehen müssen.

Dauer der Aufführung: ca. 70 Minuten
Premiere: 20.04.2013

Mit: Prisca Maier; Benedikt Abert, Pietro Micci | Regie: Grete Pagan | Ausstattung: Lena Hinz | Musik: David Pagan

Kein Plan

Tanztheater von Brigitte Dethier und Ives Thuwis-de Leeuw

Schule fertig und dann? Der Möglichkeiten sind viele, FSJ, Auslandsreise, Ausbildung, Praktikum, Studium. Nur: Was will ich denn eigentlich? Mit meinem Leben anfangen?
Nur wie? Und wo? Und zusammen mit wem? Und bloß nicht fragen warum. Also doch lieber chillen?
A propos fragen: Wer ist denn der richtige Ratgeber, wenn man sich nicht entscheiden kann? Wenn man zurückschreckt vor der Tragweite der Entscheidungen, die anstehen? Freunde, die genauso wenig einen Plan haben? An die anhängen, die ihren Plan schon seit Jahren verfolgen?
Oder doch die Erfahrungen der älteren Generation nutzen, die aber doch unter ganz anderen materiellen, virtuellen Vorzeichen ins Leben getreten sind. Und darüber, wie sich mit alldem Frauen, Liebe, Beziehungen, wenn nicht gar irgendwann Familie vereinbaren lassen, ist da noch gar nichts gesagt. Warum hat einem eigentlich niemand beigebracht, wie das geht, zu leben?

In ihrem dritten gemeinsamen Tanzprojekt nach „Noch 5 Minuten“ und „9 Leben“ widmen sich der belgische Choreograph Ives Thuwis-de Leeuw und JES-Intendantin Brigitte Dethier einem um sich greifenden Phänomen unserer Gesellschaft: Während mancher scheinbar genau weiß, was er will und binnen weniger Jahre vom pubertierenden Jugendlichen zur allzeit bereiten Arbeitskraft wird, stehen viele junge Menschen scheinbar ratlos vor dem immer größeren Berg von immer mehr Alternativen beruflicher, aber auch privater Natur – und haben einfach keinen Plan.


Dauer der Aufführung: ca. 60 Minuten
Premiere: 28.06.2014

Mit: Yannick Blomdahl, Oscar Gmelin. Eric Laicher, Frederic Lilje, David Pagan | Regie und Ausstattung: Brigitte Dethier, Ives Thuwis-de Leeuw

Superhero

nach Anthony McCarten

Donald Delpe ist 14 und lebt in seiner eigenen Welt. Einer Welt, die für Menschen jenseits der 14 schwer zu begreifen ist. Einer Welt voller pubertierender Phantasien und Träume. Einer Welt voller Sehnsucht. Donald ist leidenschaftlicher Comic-Zeichner, und so wird seine Welt bevölkert von schrägen Comic- Helden im immer währenden Kampf zwischen Gut und Böse, allen voran der Superhero Miracleman: scheinbar unüberwindbar im Spiel auf Leben und Tod.

Ganz anders als Donald: Der hat Krebs, sein Körper ist schwer gezeichnet, »haarlos, augenbrauenlos, klapperdürr, ein wandelndes Kondom«. Nicht eben die besten Voraussetzungen, um Mädchen kennen zu lernen. Dabei hat Donald vor allem eine Angst: zu sterben, ohne je Sex gehabt zu haben. Denn er spürt, dass er nicht mehr viel Zeit hat. Das spürt auch Dr. Adrian King, sein Therapeut, der darum ringt, die Welt des Jungen zu begreifen. Er ahnt, was allein dem Jungen helfen kann: seine erste (und möglicherweise auch letzte) Liebesnacht…

Mit »Superhero« hat der neuseeländische Erfolgsautor Anthony McCarten (u.a. »Ladies Night«) einen bemerkenswerten Roman geschrieben – Prosa, Drehbuch, Comic in einem, mit teilweise schnellen Schnitten und spotartigen Szenen. »Dieser Junge wird sehr schnell erwachsen, er lebt sein Leben mit einer großen Dringlichkeit«, sagt der Autor über seinen jugendlichen Helden. »Weil er es so eilig hat, wollte ich diese Dringlichkeit nicht nur auf inhaltlicher, sondern auch auf der Stilebene deutlich machen.”


Dauer der Aufführung: ca. 140 Minuten
Premiere: 05.02.2011

Mit: Franziska Schmitz; Alexander Redwitz, Gerd Ritter, Florian Stiehler | Regie: Frank Hörner| Ausstattung: Julia Schiller | Musik: Sebastian Maier

Nulli und Priesemut

nach Matthias Sodtke

Der Hase Nulli und der Frosch Priesemut sind die dicksten Freunde. Den ganzen Tag hocken sie zusammen, spielen zusammen, hören Musik zusammen, tanzen zusammen, lachen zusammen und gehen zusammen baden. Was man halt so macht als beste Freunde.
Doch die Freundschaft der beiden ungleichen Freunde wird immer wieder auf die Probe gestellt. Zum Beispiel beim Essen: Nulli isst am allerallerliebsten Möhren, schön knackig und zuckersüß, Priesemut ist dagegen ganz versessen auf dicke, fette Brummer. Aber weil sie nun einmal Freunde sind, möchten sie dem anderen von ihren Köstlichkeiten abgeben. Das hat schlimme Folgen: Bauchschmerzen, Angstvorstellungen und die bange Frage, ob sie vielleicht doch keine richtigen Freunde sind.
In Gefahr gerät ihre Freundschaft auch, als ein kleines ebenso süßes wie nerviges Schwein auftaucht. Das macht Urlaub auf dem Bauernhof unten im Tal. Mit seinem losen Mundwerk treibt es ganz schnell einen Keil zwischen die beiden Freunde, die sich doch für unzertrennbar gehalten haben.

Der Karikaturist Matthias Sodtke erfand Nulli und Priesemut bereits 1993 und wurde für den ersten Band für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Mittlerweile haben die beiden schon 17 Abenteuer erlebt, immer in ihrem ländlichen Umfeld, rund um das kleine Haus auf dem Lande, das sie zusammen bewohnen.

Dauer der Aufführung: ca. 45 Minuten
Premiere: 29.09.2012

Mit: Elisabeth Jakob; Alexander Redwitz, Gerd Ritter | Regie: Hasko Weber | Ausstattung: Janina Thiel

Die besten Beerdigungen der Welt

Nach Ulf Nilssons

Langeweile. Die Uhr tickt, nichts passiert, den ganzen langen Nachmittag. Aber Ester, Putte und Nils wollen etwas Lustiges machen. Als Ester eine tote Hummel sieht, freut sie sich, endlich passiert was. Gemeinsam mit ihren Freunden gründet sie ein Beerdigungsinstitut. Für alle toten Tiere, die sonst keiner beachtet. Sie sollen künftig die besten Beerdigungen der Welt erhalten! Auf einer schönen Lichtung, die nur die drei Freunde kennen. Ester ist fürs Graben zuständig, Nils für die Trauer-Gedichte am Grab und Putte fürs Weinen.
Mit der toten Hummel fängt alles an. Doch ein Begräbnis am Tag reicht für solch engagierte Beerdigungsunternehmer natürlich nicht. Also müssen weitere tote Tiere her. Die Freunde machen sich auf die Suche: im Gebüsch, unter den Sträuchern, unter den Bäumen, auf den Feldern, auf der Straße, schließlich in der Nachbarschaft. Bis ihnen der Tod plötzlich unerwartet nahe kommt.

Ulf Nilssons Bilderbuch ist eine ebenso berührende wie lustvolle Geschichte über Leben und Tod, ein präzises und humorvolles Spiel mit der Endlichkeit, dessen unsentimentaler, im besten Sinne kindlicher Umgang mit dem Thema befreiend wirkt.

Dauer der Aufführung: 1 Stunde
Deutschsprachige Erstaufführung am 25.06.2011

Mit: Elisabeth Jakob; David Pagan, Gerd Ritter | Regie: Grete Pagan | Ausstattung: Lena Hinz

Das Glück kommt wie ein Donnerschlag

Nach Guus Kuijer
Deutsch von Sylke Hachmeister

Das Leben der gerade 12-jährigen Polleke ist alles andere als unkompliziert: Ihr Vater Spiek, ein latent abgebrannter Gelegenheits-Junkie ist in Nepal mehr oder weniger abgetaucht auf der Suche nach sich selbst, ihre immer leicht hysterische Mutter will allen Ernstes Pollekes Lehrer heiraten und ihr Freund Mimun würdigt sie keines Blickes mehr, seit er im Urlaub zu Hause in Marokko war. Schlimmer noch, Polleke ertappt ihn knutschend mit ihrer besten Freundin Caro im Park. Halt findet Polleke ausgerechnet bei Consuelo, einem mexikanischen Mädchen, das vor dem Krieg geflohen ist, in Pollekes Klasse kommt und kein Wort versteht. Obwohl sich Polleke schnell mit ihr anfreundet, wächst die Sehnsucht nach dem abwesenden Vater – so sehr, dass sich Polleke leichtgläubig in große Gefahr begibt.

Die Polleke-Bücher von Guus Kuijer sind seit Jahren Kult in den Benelux-Ländern. Kuijer hat mittlerweile mehr als 30 Kinder- und Jugendbücher geschrieben und wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Niederländischen Staatspreis und dem Deutschen Jugendliteraturpreis. Seine Helden gehören zu einer neuen Generation selbstbewusster Mädchen und Jungen an der Schwelle zur Pubertät. Die Direktheit der Sprache und die Genauigkeit, mit der Guus Kuijer seine Figuren geschrieben hat, sind beste Voraussetzungen für eine Bühnen-Adaption.

Mit: Elisabeth Jakob, Prisca Maier; Gerd Ritter | Regie: Christian Müller | Ausstattung: Gitti Scherer | Musik: Axel Huber

Dauer der Aufführung ca. 80 Min.
Uraufführung am 7.11.2009

Mama Salz und Papa Pfeffer

Ensembleproduktion


Ein Mann und eine Frau liegen noch im wohligwarmen Bett und schlafen. Mama und Papa träumen von einem schönen Tag.
Zeit zum Aufstehen. Mama Salz und Papa Pfeffer beginnen diesen Tag so wie immer – doch dann läuft einiges anders als sonst...
Wir erleben den Weg vom Bett ins Badezimmer, vom Kleiderschrank zum Frühstückstisch (oder umgekehrt?), der auf witzige, musikalische und sinnliche Weise mit den Rollenmustern von Müttern und Vätern, von Mädchen und Jungs spielt – und der unsere oft unfreiwillig antrainierten Frauen- und Männerbilder entlarvt.

In der Inszenierung von Regisseurin Brigitte Dethier und Choreograph Stephan Brinkmann wird mit viel Bewegung und wenigen Worten auch der Rollentausch für die kleinsten Besucher zum Erlebnis. Derweil können die Erwachsenen im Publikum der Frage nachgehen, was den Jungen zum Mann und das Mädchen zur Frau macht.

Mit: Prisca Maier, Martin Theuer | Regie: Brigitte Dethier | Choreographie: Stephan Brinkmann | Ausstattung: Michaela Brosch, Maria Muscinelli | Dramaturgie & Theaterpädagogik: Peter Galka | Uraufführung am 21.04.2007

Werther*

*ziemlich frei nach Goethe

Werther liebt Lotte, nein, er betet sie an. Auch Albert liebt Lotte und wird immer für sie da sein. Aber Lotte? Die scheint beide zu lieben - jeden auf seine Art. Und beide will sie nicht missen. Eine Zeitlang gelingt den dreien tatsächlich das vermeintlich Unmögliche: Sie leben eine Dreiecksbeziehung, rein platonisch natürlich.

Zugleich stehen die drei Figuren prototypisch für das Weltbild der Romantiker am Ende des 18. Jahrhunderts: In einer entzweiten Gesellschaft in der sich rationales Denken auf der einen Seite und die Welt der Gefühle auf der anderen Seite einander heftig bekämpfen. Das Experiment ist zum Scheitern verurteilt. Obwohl keine der Figuren wirklich Fehler macht, entgleitet ihnen das Spiel, verlieren sie die Übersicht, sind sie ihren eigenen Gefühlen irgendwann nicht mehr gewachsen. Die Männer mit ihren so unterschiedlichen Weltsichten grenzen sich immer eindeutiger vom anderen ab, die Ansichten und Ideale werden wechselseitig zunehmend unerträglich. Vor allem aber steigt die erotische Spannung zwischen Werther und Lotte, die sich nicht entladen darf, weil dann sofort alles vorbei wäre. - Oder Lotte sich gegen Albert, gegen seine Gelassenheit, seinen Erfolg und natürlich auch die materielle Sicherheit entscheiden müsste. So leidet Werther. An der Liebe. An Lotte. An den Umständen. An der Gesellschaft. An den Menschen. An sich selbst. Kurzum am Leben.

Goethes vielfach autobiographisch eingefärbter Roman »Die Leiden des jungen Werthers«, in der ersten Fassung von 1774 ganz dem Sturm und Drang verwachsen, in der überarbeiteten Version von 1787 klassisch geglättet, gehört sicherlich zu den meist gelesenen und interpretierten Werken der deutschen Literatur. In seiner Inszenierung am JES rückt Regisseur Christian Müller das komplizierte Beziehungsgeflecht zwischen Lotte und ihren beiden Männern in den Mittelpunkt und geht der Frage nach, wie es mit der Romantik bestellt ist in einer Zeit, in der sich Liebe rechnen muss. Stehen sich nicht auch heute Kalkül und Ratio einerseits und die Sehnsucht nach großen Gefühlen andererseits unversöhnlich einander gegenüber?

Mit: Sarah Kempin, Thorsten Hermentin, Alexander Redwitz | Regie: Christian Müller | Premiere am 9.10.2010
Das Babylon-Projekt

Ensembleproduktion
Dieses Projekt wird alles in den Schatten stellen, was städtebaulich bislang erdacht wurde in unserem Land, ein ästhetischer, ökologischer und ökonomischer Meilenstein auf dem Weg in die Zukunft der Architektur: das modernste Hochhaus Deutschlands, Unterhaltung, Shopping und Bildung, Leben und Arbeiten unter einem Dach auf über 100 Etagen. Zudem ein immenser Wirtschaftsfaktor, Arbeitsplatz für tausende von Menschen – das Babylon-Projekt. Wenn der Projektentwickler anfängt von seinem „Babylon“ zu sprechen, gerät er umgehend ins Schwärmen. Eine rosige Zukunft sieht er heraufziehen, für sich, für seine Zikkurat-AG und für die Stadt. Einziges Problem: Dem Babylon steht noch ein Gebäude im Weg, ein altes Haus, vielleicht aus der Gründerzeit, vom Urgroßvater des jetzigen Besitzers erbaut, das beide Weltkriege unbeschadet überstanden hat. Und weil der Besitzer sich trotzig weigert, das Gebäude zu verkaufen, zieht Mr. Babylon alle Register seines Könnens: ein Menschenflüsterer mit einem Sensorium dafür, wo die Sehnsüchte der Menschen liegen. Wie ein Chamäleon, ganz so wie es die Situation erfordert, mal knallhart, mal sehr charmant und verständnisvoll, beginnt er ein gnadenloses Pokerspiel mit der Familie des Besitzers: seiner Frau und vor allem seinen beiden Kindern, an der Schwelle zum Erwachsensein. Fasziniert vom straighten Mr. Babylon sind die plötzlich gezwungen, Position zu beziehen: Gibt es so etwas wie guten oder schlechten Fortschritt? Welchen Preis sind sie persönlich bereit, für den Fortschritt zu zahlen? Darf man sich als einzelner dem Fortschritt entgegen stellen? Aber auch: Was sind meine Wurzeln, was ist Heimat? Und was bleibt übrig, wenn sich alles umwälzt?

Regie Klaus Hemmerle |Ausstattung Tilo Steffens | Musik Frank Kuruc | Mit Elisabeth Jakob, Gerd Ritter, Folkert Dücker, Peter Rinderknecht, Sabine Zeininger | Film Johannes Seip | Uraufführung: 11.11.2012

Merhaba Mama Salz und Papa Pfeffer

Ensembleproduktion

Mama Salz und Papa Pfeffer machen Urlaub. Ihr Reiseziel ist die Türkei: Istanbul! Die beiden erleben gemeinsam mit ihrem türkischen Gastgeber Amca eine spannende Reise. Mit großer Begeisterung entdecken sie neues, stoßen aber auch immer auf Schwierigkeiten, die eine fremde Sprache und unbekannte Kultur bereiten.

Mit: Prisca Maier, Dilaver Gök, Martin Theuer / Regie: Brigitte Dethier / Ausstattung: Michaela Brosch, Maria Muscinelli / Musik & Theaterpädagogik: Peter Galka

Dauer der Aufführung: 55 Minuten
Uraufführung am 10.04.2010

Clavigo

Von Johann Wolfgang Goethe
In Krisenzeiten sind wahre Freunde Gold wert. Das merkt auch Clavigo, als er – allein und fremd in der Stadt – von Marie aufgenommen wird und bei ihr ein Zuhause findet. Aus Freunden werden Liebende. Und wer einmal liebt, der liebt für immer. Oder nicht? Clavigo muss feststellen, dass der Mensch veränderlich ist. Und dass sich Prioritäten im Leben manchmal verschieben. Wer Karriere machen will zum Beispiel, muss Kompromisse machen und seine Pläne streng verfolgen. Wie gut, dass Clavigo, als er Sekretarius des Königs wird, einen Freund wie Carlos an seiner Seite hat. Denn Carlos kennt sich am Hof aus und weiß, welche Hebel man in Bewegung setzen muss, damit Clavigo noch weiter aufsteigen kann. Marie jedenfalls, der Clavigo die Heirat versprochen hat, sei ganz und gar nicht förderlich für dessen Karriere.  Als der Bruder von Marie auftaucht, um seine Schwester zu rächen, beginnt Clavigo von einer Entscheidung in die nächste zu taumeln. Bald weiß er nicht mehr, was richtig und was falsch ist. Ist Carlos ein wahrer Freund? Will er wirklich nur das Beste für Clavigo? Und was ist mit Marie? Hat er sie nicht einst wahrhaftig geliebt? Weshalb sollte er nicht wieder so für sie empfinden können? Doch auch Marie beginnt zu zweifeln. Will sie Clavigo wirklich zurück?
Johann Wolfgang von Goethe hat mit „Clavigo“, das er 1774 in nur 8 Tagen verfasste, ein überraschend modernes Theaterstück geschrieben. Wie ein Shootingstar, der heutzutage durch Castings blitzschnell ins Rampenlicht gerät, schnuppert auch Clavigo die Luft des Erfolgs und kann von ihr bald nicht mehr genug bekommen. Doch wer erfolgreich ist, muss aufpassen, mit wem er sich abgibt. Neben Geld und Ruhm ist kein Platz für wahre Freundschaft und die Liebe. Oder doch? Muss man für die Karriere wirklich über Leichen gehen?

Regie: Kristo Sagor | Ausstattung: Alexandre Corazzola | Musik: Felix Rösch | Dramaturgie: Agnes Gerstenberg | Mit: Elisabeth Jakob, Alexander Redwitz, Gerd Ritter, Michel Diercks, Sophie Wendt |Uraufführung am 08.06.2013

Das Geschenk des weißen Pferdes

von Rudolf Herfurtner

Es ist eine uralte mongolische Legende, die Geschichte von Knecht Suhe und seinem weißen Pferd, das er als Erbe bekommen hat, das aber klapperdürr ist und dem Tode geweiht scheint. Suhe kümmert sich aufopferungsvoll um das Pferd, pflegt und beschützt es. Und plötzlich wird es zum schönsten Pferd im ganzen Land und zum schnellsten. Mit ihm würde Suhe sicherlich auch das Wettreiten und damit die schöne Prinzessin gewinnen. Doch ein eifersüchtiger Kontrahent tötet das Pferd. Suhe ist untröstlich. Bis ihm das Pferd im Traum erscheint und zeigt, wie er aus seinen Knochen, der Haut und den Haaren eine Pferdekopfgeige bauen kann.

Regie Brigitte Dether | Ausstattung Carolin Mittler | Musik Frank Kuruc | mit Gerd Ritter, Folkert Dücker, Sabine Zeininger, Céline Papion | Uraufführung am 24.10.2010

Expedition Peter Pan

Stückentwicklung nach Motiven von James Matthew Barrie
von Inèz Derksen und dem JES-Ensemble

Fünf Erwachsene mit Anzug und Kostüm betreten die Bühne. Verunsichert. Seit Wochen werden sie heimgesucht von seltsamen, fremden Träumen und Gedanken. Was aber noch viel ungewöhnlicher ist: Diese Träume hinterlassen wunderliche Gegenstände wie Murmeln oder Spielzeugdolche. Sie tauchen meist dann auf, wenn es die Empfänger am wenigsten gebrauchen können: unter Stress, bei der Arbeit, vor den Augen von Kollegen und Vorgesetzten. Und die Gegenstände wecken vage Erinnerungen an längst vergangene Zeiten, an die Kindheit und wilde Abenteuer. Um das Geheimnis zu ergründen,  müssen sich die fünf Menschen auf eine ebenso unheimliche wie zunehmend faszinierende Reise begeben, eine Reise auf den Spuren der eigenen Kindheit, zu ihren Sehnsüchten und Erinnerungen.

Regie Inèz Derksen | Ausstattung Christine Bentele, Michaela Brosch | Mit Elisabeth Jakob, Prisca Maier, Alexander Redwitz, Gerd Ritter, Florian Stiehler

Uraufführung 06.01.2012
Quer durch die Nacht

Stückentwicklung in Kooperation mit dem Teatro La Baracca, Bologna / Italien.
Gefördert im Fonds Wanderlust der Kulturstiftung des Bundes.

Nachdem Nina eine Nachricht aus Italien erhalten hat ist plötzlich alles anders. Sie haut alleine ab in die nächste Stadt. Zunächst ohne festes Ziel, auf der Suche nach sich selbst, taucht sie ein in eine fremde Welt voller Faszination und Gefahr. Zwischen blinkenden Neonlichtern und bizarren Geräuschen begegnet sie schrägen Nachtgestalten: Wesen, die das Tageslicht scheuen, unberechenbaren Zeitgenossen, deren harte Schale sie herausfordert, Philosophen mit unendlich viel Zeit, Beschwipsten und Betrunkenen, einer verwirrten Frau auf der Suche nach ihrer Heimat, einer Pfandflaschensammlerin, die ihr Zuhause in einem Einkaufswagen gewissenhaft sortiert, unangenehmen Altersgenossen und einem geheimnisvollen Jungen. Sie alle zusammen zeigen Nina den Weg durch die Nacht.

Regie Christian Müller | Ausstattung Gitti Scherer | Musik Vincent Schmid | Mit Elisabeth Jakob, Alexander Redwitz, Gerd Ritter, Sophie Wendt

Uraufführung 25.02.2012
 
 
9 Leben

Ensembleproduktion

9 Jungs – unterschiedlichen Alters
mit verschiedenen
Träumen,
Hoffnungen,
Vorstellungen vom Leben
mit ihren Abgründen und Eigenheiten
auf der Suche
nach ihrem Platz im Leben.

Regie, Choreographie und Ausstattung Brigitte Dethier und Ives Thuwis-De Leeuw
Dramaturgie Christian Schönfelder | mit Prisca Maier sowie Paul Banciu, Oscar Gmelin, Rouven Heinrich, Jonas Maier, Phil Mertsching, Gioele Viola, Andreas Weinmann, Nico-Alexander Wilhelm, Balthasar Wörner

Für Zuschauer ab 13 Jahren.

Uraufführung am 7. Mai 2011

Törtel (UA)

Nach Wieland Freund

Kleinkrieg am Rande der Großstadt: Die Menschen fürchten um ihre Vorgärten und wollen die Tiere aus der Stadt vertreiben. Die aber möchten sich nicht vertreiben lassen und halten Kriegsrat, was zu tun ist. Taktieren oder angreifen? Mit oder ohne die Hilfe der Haustiere? Die Lage verschärft sich, als eine Einbrecher-Bande beginnt, in der Siedlung ihr Unwesen zu treiben. Ausgerechnet die Tiere werden als Täter verdächtigt, ihnen bleibt nichts Anderes übrig, als selbst auf Verbrecherjagd zu gehen.

Regie Gerd Ritter | Ausstattung Maria Muscinelli, Christiane Bentele | Musik Christian Dähn | Mit Sarah Kempin, Werner Koller, Alexander Redwitz

Für Zuschauer ab 7 Jahren.

Uraufführung 8. April 2011

Fremdeln

von Kristo Sagor

In Mareks Familie fremdelt so ziemlich jeder mit jedem: seine überspannte Mutter Doris versucht, ihn vor allem und jedem zu schützen, denn Marek hat nach einem schweren Unfall alles neu erlernen müssen und zudem seinen Vater verloren. Jetzt erwehrt er sich der ungeschickten Kommunikationsversuche von Holger, dem neuen Freund seiner Mutter, der mit seiner Tochter Nele gerade erst eingezogen ist. Und als wäre das alles nicht schon befremdlich genug, ist auch noch Mareks große Schwester Swantje direkt nach ihrem 18. Geburtstag von zu Hause abgehauen, ohne Vorwarnung und ohne eine Nachricht zu hinterlassen.

Inszenierung Kristo Sagor | Bühnenbild Saskia Vollmer | Musik Sebastian Katzer | Dramaturgie Christian Schönfelder | Mit Sarah Kempin, Sophie Wendt; Alexander Redwitz, Gerd Ritter

Für Zuschauer ab 13 Jahren.

Premiere am 23.01.2010

 

Pizza senza Mamma (UA)

von Brigitte Dethier und Christian Schönfelder

Eine tragikomische Geschichte über fremde Welten und die Sehnsucht nach echten Vätern. Sie spielt in einer kleinen Pizzeria irgendwo in Italien. Pia und Michel sind von zu hause weg gelaufen um ihren Vater in Italien zu finden. Hungrig und ohne Geld kommen sie in Giuseppes Pizzeria an. Er versteht ihre Sprache so wenig wie sie seine. Er weiß nur: Er will Feierabend machen. Aber die Kinder bleiben stur. Giuseppe wird bewusst: Dieses Geheimnis muss er ergründen, wenn er die Situation in den Griff bekommen möchte.

Regie Brigitte Dethier | Ausstattung Julia Schiller | Choreographie und Video Barbara Schröer | Dramaturgie Christian Schönfelder |  Mit Tina Eberhardt; Pietro Micci, Alexander Redwitz

Für Zuschauer ab 7 Jahren.

Uraufführung am 10.10.2009

Berlin, 1961 (UA)

Die Geschichte der Bernauer Straße

Ensembleproduktion

13. August 1961: Von einem Tag auf den anderen sperrt die DDR die bis dahin durchlässige Grenze zwischen Ost- und Westberlin ab. Stacheldraht, wenig später die Mauer und schließlich ein Todesstreifen trennen Familien, Liebespaare, Freunde, stellen sie vor schwierige Entscheidungen und treiben manch einen zu Verzweiflungstaten. Wie ein Brennglas bündelt im August 1961 die Bernauer Straße das Schicksal der Stadt und ihrer Menschen.

Die realen Ereignisse bilden den Ausgangspunkt eines Kooperationsprojektes des New International Encounter (NIE) und des JES.

Inszenierung Kjell Moberg| Ausstattung Julia Schiller| Musik David Pagan| Regieassistenz und Spielleitung Christian Müller| Mit Aude Henrye, Sarah-Ann Kempin, Elisabeth Topp, Thomas Mechacek, Alexander Redwitz und Gerd Ritter

Für Zuschauer ab 14 Jahren

Uraufführung am 6. Juni 2009

 

Mandy - im Tal der Ahnungslosen (UA)

von Jörg Menke-Peitzmeyer | Stückauftrag des JES

Über das Leben in der DDR, das Überwachungssystem der Staatssicherheit und die friedliche Revolution von 1989, ist in den letzten Jahren reichlich geschrieben, diskutiert und gefilmt worden. Aber wie war das im Westen? Wie ist man, sagen wir im Schwäbischen, also fernab von Grenzzaun und Genossen, Broilern und Plattenbauten damit umgegangen, in einem geteilten Land zu leben?

Inszenierung Frank Hörner | Ausstattung Sandra Linde (Entwurf), Christine Bentele, Michaela Brosch | Dramaturgie Christian Schönfelder | Mit Sarah Kempin, Prisca Maier; Alexander Redwitz, Gerd Ritter, Matthias Hermann

Für Zuschauer ab 14 Jahren.

Uraufführung am 20. März 2009

Noch 5 Minuten (UA)

Ein Tanztheater

Man wartet und wartet. Immer wieder. Ein Leben lang. 5 Minuten hier, 5 Minuten da. Sitzt da und wartet. Tanzt und wartet. Träumt von der Zukunft oder erinnert sich. Und wartet. Dass die Zeit vergeht, dass etwas passiert, jemand kommt. Oder geht. Wartet auf einen Impuls, einen Blick, ein Wort. Darauf dass man älter wird. Auf die Liebe. Oder dass das Leben beginnt.

Inszenierung Brigitte Dethier, Ives Thuwis | Ausstattung Friedrich Ludmann | Dramaturgie Christian Schönfelder | Mit Jule Kriesel, Prisca Maier; Silas Breiding, Matthias Hermann, Gerd Ritter, Nils Vogeley

Für Zuschauer ab 14 Jahren.

Uraufführung am 31. Mai 2008

 

Buzz Adams Held der Galaxis (UA)

Von Gerd Ritter

Max ist Hörspiel-Produzent aus Leidenschaft. Leider bislang ziemlich erfolglos. Aber jetzt sieht er die große Chance, aus dem Hobby seinen Beruf zu machen: einen Hörspiel-Wettbewerb, bei dem der Sieger auf Sendung geht. Also taucht Max ein in die endlosen Weiten des Universums.

Inszenierung Gerd Ritter | Bühnenbild Christine Brunner | Musik Sven Götz | Dramaturgie Christian Schönfelder | Mit Matthias Hermann

Für Zuschauer ab 12 Jahren.

Uraufführung am 9.Februar 2008

 


 

Die Brüder Löwenherz
Die Brüder Löwenherz

Nach einer Erzählung von Astrid Lindgren


Krümel ist krank. So krank, dass ihm nicht viel Zeit bleiben wird in diesem Leben. Und selbst die kann er kaum nutzen, weil er fast immer auf seinem Bett in der Küche liegen muss. Sein Bruder Jonathan ist dagegen gesund, kräftig, voller Lebensmut und Abenteuerlust. Das ganze Leben liegt vor ihm. Rührend kümmert er sich um seinen kranken Bruder, versucht, ihm Trost zu spenden, und verspricht ein Wiedersehen in Nangijala – dem Land hinter den Sternen, dem Land der Lagerfeuer, der Märchen, Sagen und Abenteuer. Da passiert das Unvorstellbare: Jonathan stirbt vor dem kleinen Krümel, als er ihn aus der brennenden Küche rettet. Krümel bleibt allein zurück, voller Sehnsucht nach Jonathan und Nangijala.

Mit Prisca Maier, Sabine Zeininger; Wolfram Karrer, Reinhold Ohngemach, Alexander Redwitz, Gerd Ritter | Inszenierung Klaus Hemmerle | Ausstattung Julia Scholz | Musik Frank Kuruc | Dramaturgie Christian Schönfelder | Fassung Christian Schönfelder, Klaus Hemmerle

Für Zuschauer ab 8 Jahren.

Premiere am 23. November 2007

Lilith. paradise loft (UA)

Komödie über die ersten Menschen und die erste Liebe
Stückentwicklung des JES-Ensembles

In einem Laboratorium, einem Loft hoch oben über der Erde sollen sich Adam und Lilith im Leben einrichten und die Welt untertan machen. Doch diese menschlichen Prototypen, ihre Denk- und Arbeitsweisen, ihr Tempo und ihr Temperament sind scheinbar nicht miteinander vereinbar. Und weil beide selbst bestimmen wollen, ist der Krach vorprogrammiert. Versuchsleiter Samael muss erkennen: Mann und Frau passen, zumindest so, nicht zusammen. Doch weder die Suche nach dem Konstruktionsfehler noch die Herstellung eines dritten Prototyps, Eva, bringen ihn einer Lösung näher. Schlimmer noch: Mehr und mehr verstrickt er sich selbst in das irdische Beziehungsgeflecht.

Inszenierung Frank Hörner | Ausstattung Sandra Linde | Dramaturgie Christian Schönfelder | Mit Anne Diemer, Hanna Schwab; Matthias Hermann, Gerd Ritter

Für Zuschauer ab 14 Jahren.

Uraufführung am 22. Juni 2007

Kaisers Motte erwartet neue Kleider (UA)

Musiktheater frei nach Hans Christian Andersen

Dies Kaiserreich war ein Schlaraffenland für Kleider-Motten – denn der Kaiser liebte prächtige Kleidung über alles und legte großen Wert darauf, dass sie nur aus den feinsten Stoffen angefertigt werden durfte. Eines Tages aber verbreitete sich ein Gerücht im Land: Ein Stoff sei gefunden, noch schöner, noch prächtiger als alle Stoffe dieser Welt.

Komposition: Simon Hostettler | Inszenierung Antonia Brix | Ausstattung Marion Hauer |Dramaturgie und Libretto Christian Schönfelder | Mit Prisca Maier, Sabine Zeininger; Matthias Hermann, Philipp-Alexander Marguerre, Gerd Ritter

Uraufführung am 3. März 2007

Für Zuschauer ab 7 Jahren

Das Herz eines Boxers

von Lutz Hübner

Leo erfüllt genau das Klischee des alten Menschen, wie Jojo es sich vorgestellt hat: vergreist, verblödet, wertlos. Jojo wiederum ist einer jener Jungs, denen man sicherheitshalber lieber erstmal aus dem Weg geht, wenn man ihnen zufällig begegnet: cool, herausfordernd, auf Krawall getrimmt. Er muss in einem Altersheim Malerarbeiten verrichten und so Arbeitsstunden ableisten, weil er einen Mofa-Diebstahl zugegeben hat. Die Wahl der Heimleitung ist auf das Zimmer von Leo gefallen, der nach einem Schlaganfall stumm und abgeschottet von der Wirklichkeit vor sich hinvegetiert. Doch der Schein trügt, das Bild, das die beiden jeweils von sich vorgeben, hat – aus ganz unterschiedlichen Gründen – wenig mit dem zu tun, was tatsächlich in ihnen vorgeht.

Inszenierung Brigitte Dethier | Ausstattung Marion Hauer | Dramaturgie Christian Schönfelder | Mit Matthias Hermann, Werner Koller

Für Zuschauer ab 12 Jahren.

Premiere am 13. Januar 2007

King A

Eine Ode an jedes Ritterherz
Von Inèz Derksen

Gewöhnlich suchen Ritter das Abenteuer nur noch in Legenden und längst vergangenen Zeiten. Aber wer sich für Heldenmut und heimliche Liebe begeistern kann und wessen Herz bei einem Treueeid mit einer Hand am Schwert schneller klopft, der hütet auch heute noch in sich das Feuer eines wahren Ritters und seiner Ideale.

Inszenierung: Inèz Derksen | Ausstattung: Bas Zuyderland, Verdieping 3 | Dramaturgie: Christian Schönfelder | Mit Anne Diemer; Matthias Hermann, Gerd Ritter, Patrick Serena, Florian Stiehler

Für Zusachauer ab 9 Jahren.

Premiere am 18. November 2006

Macbeth

von William Shakespeare

Ein Junge von heute. Was geht in seinem Kopf vor? Ein Mord, eine Schlacht, ein Krieg. Gewalt. Und Blut. Viel Blut. Der Junge erträumt sich die Geschichte von Macbeth, dem schottischen Feldherrn. Er erlebt, wie drei Hexen Macbeth prophezeien, dass er König wird. Er sieht, wie Lady Macbeth ihren Mann zum Königsmord verführt. Er fühlt, wie Macbeth alles tun will, um seine Macht zu behalten.
Doch dann lässt der neue Herrscher die Familie eines Rivalen abschlachten. Plötzlich wird der Junge selbst zum Opfer des Schreckens. Und so wie Macbeth seinem Schicksal zu entkommen versucht, so versucht der Junge seiner blutigen Phantasie zu entrinnen. Doch die Prophezeiung der Hexen ist stärker.

Inszenierung: Till Weinheimer | Ausstattung: Sibylle Gädeke | Dramaturgie: Thomas Richhardt | |Mit: Corinna Bath`ja Maisano, Katharina Waldau, Sabine Zeininger; Gerd Ritter, Julian Spatz, Florian Stadler, Florian Stiehler, Gabriel Zurbriggen

Premiere am 22. Juni 2006

Schloss Draußen- Drin (UA)

..oder wie man König wird

von Karin Eppler nach dem Roman von David Henry Wilson
Eine Koproduktion mit Figurentheater Anne-Kathrin Klatt, Stuttgart und FITZ! Zentrum für Figurentheater

Eigentlich sollte Lorina nur einen Aufsatz über einen „seltsamen Ort“ schreiben. Aber plötzlich scheint es, als wäre sie selbst an einen solchen Ort geraten, einen Ort mit Draußern und Drinnern, einem Schweinekönig, der nur fressen will, und mit unbarmherzigen „Bürokratten“, die auch nicht mit sich reden lassen.

Inszenierung: Karin Eppler | Mit: Anne-Kathrin Klatt, Corinna Bath`ja Maisano; Martin Bachmann, Franz Frickel, Uwe-Peter Spinner

Für Zuschauer ab 8 Jahren.

Uraufführung am 10. März 2006

Funkenflug

Am Anfang war der Wunsch ein Theaterstück mit Musik zu machen. Mit dem Autor Daniel Danzer wurde die Idee eintwickelt, sich auf die Spuren eines Mädchens zu begeben, die ihren Ausdruck in der Musik sucht. Eine Identitätssuche. Danzer entwickelte Figuren, Struktur und inhaltliche Schwerpunkte, sowie einen Verlauf der Geschichte. Dieses Verlaufsskript war Basis für die szenische Improvisation mit den Darstellern. Aus den Improvisationen entstand die Textfassung, die von der Regisseurin Regina Peter gestaltet wurde und die Grundlage für die Endproben bildete.

Inszenierung: Regina Peter| Musikalische Leitung: Thomas Schaefer| Komposition und Songtexte: Martin Wiedmann| Ausstattung Maria Wiebersinsky| Stückidee: Daniel Danzer| Dramaturgie: Peter Galka| Mit: Vera Hahn [voc], Caro Mendelski [voc], Lea Sittler [voc], Alexandra Staib, Mariella Sterra [piano], Thomas Felletschin [piano], Tassilo Rose [git, voc], Valentin Cringanu [git, voc, rap], Stefan Klewin [git], Dominik Mayer [bass, voc], Michele Danzeè [drums]

Premiere am 16. Juli 2005

Die Schöpfung (UA)

nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Friedrich Karl Waechter

Am Anfang war ... – ja was? Der Urknall? Die Ursuppe? Gott?
Den Posaunisten einer skurrilen Fünfer-Kombo bewegen die Fragen nach dem Ursprung der Dinge. Was bringt die Welt zum Leben und Wachsen? Wo sind die Grenzen meiner Welt? Woher komme ich? Wer bin ich? Und was vermag ich zu tun?

Inszenierung: Brigitte Dethier | Ausstattung: Janina Mendroch | Komposition: Simon Hostettler | Dramaturgie: Ulrich Lenz | Mit: Sabine Zeininger; Christian Dähn, Wolfram Karrer, Tobias Rägle, Peter Rinderknecht

Für Zuschauer ab 6 Jahren.

Premiere am 19. November 2005

Lila / Purple

von Jon Fosse
Eine Koproduktion mit dem Schauspiel Staatstheater Stuttgart

Eine kleine Stadt in Norwegen. Im dunklen Keller einer alten Fabrik trifft sich die Band zum Proben: Drummer, Sänger, Bassist und "der Junge", Gitarrist. Keiner von ihnen kann wirklich spielen, aber der Junge hat mit seiner Begeisterung alle mitgerissen. Sie haben sich Instrumente und Verstärker besorgt und zu üben begonnen. Sie sind jung und träumen vom Erfolg, großen Konzerten und tollen Frauen. Aber was sie wirklich können und wollen, das wissen sie gar nicht so richtig.

Inszenierung: Elias Perrig / Caro Thum | Ausstattung: Wolf Gutjahr | Dramaturgie: Jürgen Popig | Mit: Julia Lauter; Jan Anderson, Daniel Denkert, Martin Menzel, Lukas Scheffknecht

Für Zuschauer ab 15 Jahren.

Premiere am 28. Mai 2005

Platz für den König

on Peter Rinderknecht und Stephan Lichtensteiger
Eine Kooperation mit dem Theater en gros et en détail, Zürich

Der König in „Platz für den König“ hat eine große Sorge: wie soll er sein Ruderboot ohne Wasser zum Schaukeln bringen? Doch nur ein schaukelndes Ruderboot ist ein richtiges Ruderboot. Und nur in einem schaukelnden Ruderboot lässt es sich richtig träumen.

Regie: Stephan Lichtensteiger | Ausstattung: Franco Aerschmann | Mit: Peter Rinderknecht

Für Zuschauer ab 5 Jahren.

Premiere am 15. April 2005

Robin Hood (UA)

Auf der Suche nach einer Legende
Textfassung von Lee Beagley und Thomas Richhardt

Vier junge Dörfler brechen auf, um eine Legende zu suchen. Der Wald, den sie betreten ist eine Welt, die ihnen fremd ist. Sie müssen lernen, zu jagen, sie müssen lernen, zu hungern und sie müssen lernen, sich ihren eigenen Weg zu suchen. Da sie immer tiefer in den Wald eintauchen, verwickeln sich die Abenteurer immer mehr in den Geschichten, die um Robin Hood ranken.

Regie: Lee Beagley | Ausstattung: Anna Siegrot | Songs: Andy Frizell | Musik: Christian Dähn | Dramaturgie: Thomas Richhardt | Mit: Corinna Bath`ja Maisano, Prisca Maier; Christian Dähn, Franz Frickel, Gerd Ritter

Für Zuschauer am 8 Jahren.

Uraufführung am 5. März 2005

Gras

von Esther Gerritsen
Deutsch von Eva Pieper

„Die Familie kann man sich nicht aussuchen, wir sind eine Familie und wir sind gemeinsam im Urlaub.“
Urlaub. Die Sonne scheint. Der Grill wird angezündet. Die Familie kommt zusammen. Idylle ist angesagt. Und schon deshalb unmöglich.

Regie: Brigitte Dethier | Ausstattung: Marion Hauer | Musik: Frank Kuruc | Dramaturgie: Thomas Richhardt | Mit: Corinna Bath`ja Maisano, Prisca Maier; Werner Koller, Gerd Ritter

Für Zuschauer ab 15 Jahren.

Premiere am 28. Dezember 2004

Toronto (UA)

von Jan Liedtke

Irgendwo im zeitlichen Raum zwischen Abitur und Erwachsenwerden, zwischen Schulabschlussfeier und Weltreise, zwischen Freiheit und Verträumtheit verliert sich die Liebe zwischen Tom und Katja. Eine Liebe, die ewig hätte dauern sollen, wenn sie denn zu einem anderen Zeitpunkt stattgefunden hätte.

Inszenierung: Tanja Richter | Ausstattung: Silke Willrett und Marc Weeger | Musik: Jens Heurkamp | Dramaturgie: Thomas Richhardt | Mit: Katalin Liptak, Ben Jung, Lukas Waldvogel

Für Zuschauer ab 16 Jahren.

Uraufführung am 18. Mai 2004

Nix erzählt und Steinhauers Fuß

Zwei Monologe von Friedrich Karl Waechter

Der Monolog "Steinhauers Fuß" von F.K. Waechter ist ein Märchen, das virtuos mit den Motiven von Gruselgeschichten und Heldensagen spielt.
"Nix erzählt" schildert in einem poetischen Bilderbogen eine märchenhafte Welt, die aus wenigen Gegenständen, aber vielen Geschichten und Liedern besteht.

Inszenierung: Frank Hörner | Dramaturgie: Thomas Richhardt | Mit: Gerd Ritter, Prisca Maier

Für Zuschauer ab 7 Jahren.

Premiere am 14. Mai 2004 und 25. September 2004

 

Sleeping Beauty

ein Stück nach Charles Perraults „La Belle au bois dormant“ sowie dem Märchen „Dornröschen“ der Gebrüder Grimm

„Sleeping Beauty“ ist das Märchen von Dornröschen, wie man es bisher nicht kannte. Die schlafende Prinzessin und der Prinz, der aus einer anderen Zeit kommt: Hier treffen sich zwei völlig verschiedene Menschen. Während sich der Prinz aus der grauen Wirklichkeit in die Märchenwelt hineinträumt, will die Prinzessin ihrer hundert Jahre alten Traumlandschaft entkommen.

Inszenierung: Stefan Moskov | Bühne: Svila Velichkova | Musik: Antoni Donchev | Dramaturgie: Thomas Richhardt | Mit: Corinna Bath`ja Maisano, Prisca Maier, Miriam Sachs, Sabine Zeiniger; Franz Frickel, Ralf Lichtenberg
Für Zuschauer ab 8 Jahren.

Premiere am 15. Mai 2004

kick & rush

von Andri Beyeler

"Im letzten Training hat er gesagt, der Winfried, er gibt mir `ne Chance." So beginnt das Drama der drei Jungs auf der Ersatzbank am Rande eines Vorstadtfußballplatzes. Chrigel, Mischa und Laurenz sind die Protagonisten, die den Fußball lieben, aber immer nur von draußen zusehen müssen.

Regie: Matthias Lehmann | Ausstattung: Lina Antje Gühne | Choreographie: Tina Beyeler | Mit: Robert Frank, Manuel Boecker/Matthias Hermann und Lukas Waldvogel

Premiere am 19. September 2003

Die Kuh Rosmarie
Die Kuh Rosmarie

von Andri Beyeler
nach einem Bilderbuch von Frauke Nahrgang und Winfried Opgenoorth
aus dem Schweizerdeutschen von Juliane Schwerdtner

"Ein Dorf wie andere Dörfer", heißt es lapidar im ersten Satz des Stücks. Damit ist eine Bauernhofidylle gezeichnet, wie sie im Buche steht. Alles scheint in Butter, wäre da nicht die Kuh Rosmarie. Mit ihrer Besserwisserei bringt sie Unruhe und Missstimmung auf den Bauernhof. Keines der Tiere darf so sein, wie es ist, an allen hat Rosmarie etwas auszusetzen.
Schließlich hat der Bauer sie satt und schickt die Kuh per Flugzeug nach Afrika. Kurz darauf stehen verschiedene Tiere aus dem fernen Kontinent vor der Hoftüre.

Regie: Klaus Hemmerle | Ausstattung: Ursel Winkler | Musik: Frank Kuruc | Dramaturgie: Thomas Richhardt | Mit: Corinna Bath`ja Maisano und Sabine Zeininger

Für Zuschauer ab 4 Jahren.

Premiere am 14. November 2003

Der Dschungelschrank
Der Dschungerlschrank

Theater für die Allerkleinsten

In einer kleinen gemütlichen Wohnung lebt Lilli Sonnenschein mit ihrem Hund Leo. Lilli träumt oft von Afrika. Leo hat ein Geheimnis vor Lilli. Leo übt heimlich Saxophon im Schrank. Lilli macht den Schrank nie auf: Sie hat Angst vor der Dunkelheit. Angst, dass sich in der Dunkelheit ein Tier versteckt. Ein wildes Tier. Sitzt ein Löwe im Schrank?

Inszenierung: Fransesca Quartey | Ausstattung: Ulrike Schlemm | Dramaturgie: Peter Galka | Mit: Prisca Maier, Corinna Bath`ja Maisano

Für Zuschauer ab 3 Jahren.

Steht auf, wenn ihr Schwaben seid!

Ein Klassenzimmerstück von Jörg Menke-Peitzmeier

Chrissi ist Fan. Im vollen VFB-Dress tritt sie im Klassenzimmer an. Sie singt Fanlieder, träumt sich die Welt als großen Fußballplatz und hat eine Mission. Sie will die Begeisterung, die sie als Fan erlebt, mit in den Unterricht bringen. Denn der Fußball birgt viel von dem lebendigen Wissen, das dem normalen Schulalltag oft abgeht

Inszenierung: Brigitte Dethier | Mit Grete Michel

Für Zuschauer ab 12 Jahren.

Iphigenie Königskind

von Pauline Mol
Nach „Iphigenie in Aulis“ von Euripides

Iphigenie ist glücklich. Sie wird heiraten. Mit ihrer Mutter zusammen ist sie am Strand von Aulis angekommen. Aber das Problem ist der Wind. Es gibt keinen Wind. Und ohne Wind kann die Flotte des Heeres nicht in den Krieg ziehen. Iphigenie will von diesen Problemen nichts wissen. Doch ihr Vater Agamemnon ist der Heerführer. Der braucht den Wind. Und die Göttin Artemis will für den Wind ein Opfer. Iphigenie soll auf dem Altar der Göttin geopfert werden. Die angebliche Heirat entpuppt sich als List des Vaters. Iphigenie entscheidet sich. Anstatt einen Helden zu heiraten, wird sie selbst zur Heldin.

Inszenierung: Frank Hörner | Ausstattung: Sandra Linde | Dramaturgie: Thomas Richhardt | Mit: Prisca Maier, Corinna Bath`ja Maisano, Sabine Zeininger; Franz Frickel, Gerd Ritter, Thomas Schumann

Für Zuschauer ab 12 Jahren.

Premiere am 29.9.2005

BRIEF

Ein Tanztheaterprojekt
Koproduktion mit Kopergietery Gent, Theaterhaus Gessnerallee Zürich und Dschungel Wien

Junge Tänzer bewegen sich.  Zwischen Ohnmacht und Euphorie, zwischen Schmerz und Freude, zwischen Energie und Verzweiflung.  Es ist ein Tanz auf dem Drahtseil. Auf der einen Seite steht der jugendliche Realitätssinn. Auf der anderen Seite der grenzenlose Enthusiasmus.

Inszenierung/Choreographie: Ives Thuwis; Co-Regie: Yahya terryn

My Name is King

Tanz-Compagnie Déjà Donne
In Koproduktion mit dem Jungen Ensemble Stuttgart, dem Theater im Pfalzbau Ludwigshafen, Dance Umbrella London, Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt

Die Choreographie „My Name is King“ entwickelt Simone Sandroni in Zusammenarbeit mit Menschen aus seiner Nachbarschaft in einem kleinen Dorf mitten in Italien. Anhand eines Mikrokosmos von sieben Männern, die an den Rand des Lebens abgetrieben worden sind, veranschaulicht er die politischen und sozialen Verhältnisse der Gesellschaft.

Choreographie/Inszenierung Simone Sandroni, Lenka Flory | Mit Andrea Bartola, Etienne Borel, Pietro Micci, Simone Sandroni, Michal Vanis, Irene Maccagnani

Bonnie und Clyde (UA)

Ein Stück für drei Schauspieler und einen Fluchtwagen
von Thomas Richhardt

Sie sind wieder da. Bonnie und Clyde. Zwei gegen den Rest der Welt. Ein Paar für die Ewigkeit. Sie treffen sich. Sie lieben sich. Sie kämpfen sich durchs Leben.

Regie: Klaus Hemmerle | Ausstattung: Ulrike Schlemm | Dramaturgie: Thomas Richhardt | Mit: Anne Diemer; Matthias Herrmann, Gerd Ritter

Für Zuschauer ab 14 Jahren.

Uraufführung am 28.1.2006