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Spielzeit 2009/2010
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Fremde Welten

Spielzeitthema 2009/10

 




 

Zur Zeit ist viel die Rede von parallelen Gesellschaften, von anderen Kulturen mit fremden Sprachen, Gebräuchen und Ritualen, von Migration und gelingender oder misslingender Integration. Fremdheit ist dabei immer eine Frage der Perspektive: Diejenigen, die aus anderen Ländern zu uns kommen sind uns häufig ebenso fremd wie wir ihnen. Das ging den Schwabenkindern nicht anders, die vor allem im 19. Jahrhundert zu tausenden aus den armen Bergtälern Tirols oder Vorarlbergs Nach Schwaben! zogen, um dort die Sommermonate schwer arbeitend zu verbringen, abhängig von fremden Menschen, deren Dialekt und Verhalten sie kaum verstanden. Umgekehrt waren aber auch diese abgezehrten Kinder für die Schwaben fremde Wesen, die sie herausforderten, die ihnen bisweilen auch Angst machten, die sie befremdeten.

Der Umgang mit Fremden, vor allem auch die Angst vor dem Fremden, ist oft mit Vorurteilen verbunden, mit Klischees. Mit ihnen zu spielen, kann helfen, sie zu erkennen und zu überwinden. Deshalb werden wir Mama Salz und Papa Pfeffer diesmal nicht mit Männer- und Frauenbildern konfrontieren, sondern mit den Vorstellungen, die wir uns von türkischen Mitbürgern machen – und umgekehrt.

Fremde Welten werden vor allem dann für uns bedrohlich, wenn wir nicht einordnen können, was um uns passiert, wenn wir in unbekannte Situationen geraten und nichts mehr verstehen, nicht einmal die Sprache. Wie die beiden Kinder in Pizza senza Mamma, die plötzlich allein in einer Pizzeria sind, mit einem italienischen Pizzabäcker. Oder wie Consuelo, die in Das Glück kommt wie ein Donnerschlag auf der Flucht vor einem Krieg in der Klasse der 12-jährigen Polleke landet, ohne ein Wort zu verstehen.

Aber Fremdheit ist beileibe nicht immer nur verbunden mit fremden Ländern oder Kulturen. Manch einem Kind erscheint auch der neue Freund der Mutter wie aus einer anderen Welt. Umgekehrt hat sich Marek in Fremdeln in eine eigene Welt zurückgezogen, die den Erwachsenen fremd bleibt. Fremd vorkommen kann uns auch der Fanatismus anderer Menschen (Johanna), die vermeintlich glückliche Bergwelt von Heidi und dem Alm-Öhi, alte Geschichten und Biographien (Zoom), der Passant, dem wir auf der Straße begegnen (Vom Kommen und Gehen) und alles das, was hinter den Grenzen wartet, den Grenzen zwischen Ländern, aber vor allem auch unseren eigenen oft selbst gesteckten Grenzen (Grenzenlos).

Begleiten Sie uns auf den Reisen in die fremden Welten, die wir noch erkunden wollen. Erleben Sie aber auch die eine oder andere unserer 14 Wiederaufnahmen unter diesem Gesichtspunkt noch einmal neu und anders: das Weltraum-Abenteuer von Buzz Adams – Held der Galaxis, die jenseitige Reise der Brüder Löwenherz durch Nangijala, die Welt der Krabbler und Brummer in der Wanze, die kalte einsame Winternacht, in der ein hungriger Wolf das Schaf fürs Leben kennen lernt oder die Geschichten aus vergangenen Zeiten bei Das Karussell, Mandy – Im Tal der Ahnungslosen und Berlin, 1961.

Und lassen Sie sich am Ende der Spielzeit überraschen, von den Fremden Welten, die die nationalen und internationalen Gäste zum Festival Schöne Aussicht nach Stuttgart mitbringen. Seien Sie mit uns zusammen Gastgeber und erleben Sie, wie über das Spielen, das Zusehen, das Diskutieren und das gemeinsame Feiern aus Fremden Freunde werden.

 


   




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