JES | Junges Ensemble Stuttgart

Törtel

nach Wieland Freund


Kleinkrieg am Rande der Großstadt: Die Menschen fürchten um ihre gepflegten Vorgärten und möchten deshalb die Tiere aus der Stadt vertreiben. Die aber möchten sich nicht vertreiben lassen und halten Kriegsrat, was zu tun ist. Taktieren oder angreifen? Mit oder ohne die Hilfe der Haustiere? Die Lage verschärft sich, als eine Einbrecher-Bande beginnt, in der Siedlung ihr Unwesen zu treiben. Ausgerechnet die Tiere werden als Täter verdächtigt, eine Bürgerinitiative steht kurz vor der Gründung, die die fremden Störenfriede vertreiben will. Den Tieren bleibt nichts Anderes übrig, als selbst auf Verbrecherjagd zu gehen.
Mitten im Geschehen ist Törtel, die sehr bedächtige Schildkröte, die im McGrün aufgewachsen und gerade erst in der Wildnis gelandet ist und sich erst zu Recht finden muss. Immer wenn er aufgeregt ist, fängt Törtel an zu zählen. »Eins, zwei, drei, vier…«, flüstert er deshalb aufgeregt, als sich ihm eine große Schnauze nähert. Vielleicht verschwindet der Marder von alleine, wenn er nur lang genug zählt? Aber Wendy denkt nicht daran zu verschwinden, schnuppert weiter neugierig an Törtels dickem Panzer – und freundet sich schließlich mit dem zugereisten Langsamtreter an. Natürlich fällt den beiden bei der Lösung des Falls eine Schlüsselrolle zu.

Der Autor, Kritiker und Journalist hat mit seinem Kinderbuch »Törtel, die Schildkröte aus dem McGrün« eine unterhaltsame Tiergeschichte geschrieben, die sich bei genauerem Hinschauen als ausgesprochen vielschichtig erweist: Sie schärft den Blick auf das Leben von Wildtieren in unserer Zivilisation, ist zugleich aber auch eine Parabel auf eine bunte vielschichtige Stadtgesellschaft zwischen Reichtum und Armut, erzählt von lebendigen Subkulturen und wirft Fragen nach Heimat, Fremde und der Suche nach dem geeigneten Lebensraum auf.
Auf die Bühne bringt die Geschichte Gerd Ritter, der seit 2004 Schauspieler am JES ist, aber gelegentlich auch die Seiten wechselt: So war er an zwei Jugendclub-Inszenierungen von Günter Kömmet beteiligt und inszenierte vor zwei Jahren das selbst entwickelte Solo-Stück »Buzz Adams – Held der Galaxis« mit Matthias Hermann. Mit dem Erzähltheater einerseits und der Tierwelt andererseits hat er bereits reichlich Erfahrungen gesammelt: Seine Insektenkrimis »Die Wanze« und »Die Wanze – Der neueste Fall« haben zusammen fast 300 Vorstellungen erlebt.

 
Mit Sarah Kempin, Werner Koller, Alexander Redwitz
Regie Gerd Ritter
Ausstattung Maria Muscinelli, Christiane Bentele
Musik Christian Dähn
Dramaturgie Christian Müller


Für Zuschauer ab 9 Jahren
Empfohlen für die Klassenstufen 3 bis 6


Oberes Foyer
Dauer der Aufführung: 1 Stunde 15 Min.
Uraufführung am 8. April 2011






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