Nach Schwaben, Kinder!
"Eine ganz ungewöhnliche, intensive Produktion, die nicht nur Regionalgeschichte nachzeichnet, sondern indirekt viel über die Gegenwart erzählt."
Stuttgarter Zeitung
Weil im 19. Jahrhundert den kargen Almen der Alpentäler nicht genug Ertrag abzuringen war, um die ganze Familie zu ernähren, mussten Jahr für Jahr 5000 bis 6000 Bergbauernkindern mit Beginn der Schneeschmelze hinab ins Alpenvorland, nach Schwaben. Dort wurden die 6- bis 15-jährigen Jungen und Mädchen auf Kindermärkten vermittelt und mussten den Sommer über als Hirtenkinder, Mägde und Knechte arbeiten.
Das aus Original-Material und Improvisationen entwickelte Stück begleitet den Weg von fünf Kindern aus Ischgl im Paznauntal, heute ein Ski-Paradies, im Jahr 1882: bei bitterer Kälte, in dürftiger Kleidung und zum Teil in schlechter körperlicher Verfassung, über den verschneite Arlbergpass hinab ins reiche Oberschwaben. In der für sie völlig fremden Welt waren sie auf sich allein gestellt, konfrontiert mit Menschen, von deren Wohlwollen sie abhängig waren, deren Dialekt und Gebräuche sie jedoch oft kaum verstanden. Wie es den Tiroler Kindern in der Fremde erging, war Glückssache: Die einen genossen Familienanschluss, knüpften Banden für ein ganzes Leben und fanden vielleicht gar den Ausweg aus der heimatlichen Armut. Andere wurden behandelt wie Leibeigene, geschlagen, angeschrien und mit magerer Kost abgespeist. Und gar nicht wenige verloren ihre Leben oder verschwanden irgendwann spurlos.
Mit Sarah Kempin, Sabine Zeininger; Reinhold Ohngemach, Alexander Redwitz, Gerd Ritter sowie Django Hödl (Musik)
Regie Klaus Hemmerle
Ausstattung Tilo Steffens
Musik Frank Kuruc
Text und Dramaturgie Christian Schönfelder
Theaterpädagogik Peter Galka
Für Zuschauer ab ca. 11 Jahren
Empfohlen ab Klassenstufe 6
Theatersaal
Dauer der Aufführung: 90 Minuten ohne Pause
Uraufführung am 12. Juni 2010
Weitere Infos
"Unbedingt anschauen! ... Klaus Hemmerles Inszenierung berührt mit hoher Musikalität, poetischen Bildern und der Wandlungsfähigkeit der Schauspieler Sarah Kempin, Sabine Zeininger, Reinhold Ohngemach, Alexander Redwitz und Gerd Ritter sowie des Musiker Django Hödl."
Stuttgarter Nachrichten
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