JES | Junges Ensemble Stuttgart

Das Karussell


"Zeiningers Spiel ist mitreißend, geprägt von einem sicheren Gespür dafür, wie es gelingen kann, Kindern eine Geschichte von Verunsicherung, Trauer und Verlust zu erzählen, weil sie ebenso überzeugend von der Kraft des Glaubens und der Hoffnung erzählt. Nicht zuletzt weckt das Stück die Neugier auf das, was die eigenen Großeltern über ihre Erlebnisse und Erinnerungen zu erzählen hätten."
Esslinger Zeitung

 

Paul ist ein Kind des Jahrmarkts. Im Sommer zieht er mit seinem Vater und dessen Karussell von Jahrmarkt zu Jahrmarkt, über die Schwäbische Alb und immer im Herbst nach Stuttgart. Manchmal besucht ihn dort Sarah, ein Kind aus der Nachbarschaft. Zusammen drehen sie auf dem Karussell ihre Runden, er im Feuerwehrautor, sie auf einem der schönen wilden Pferde.

Doch dann gerät alles ins Stocken, es gibt keinen Jahrmarkt mehr, das Karussell wird eingemottet, der Vater muss in den Krieg, und auch Sarah ist eines Tages verschwunden. Und Paul muss viele Nächte im Keller mit seiner Mutter und vielen Nachbarn verbringen, während oben die Erde bebt. Tagsüber schaut er nach dem Karussell und träumt von abenteuerlichen Ausritten an der Seite von Sarah – bis irgendwann auch das Karussell zerstört ist wie so viele Häuser in der Stadt. Nur ein Pferd bleibt unversehrt. Und auch ein Krieg dauert nicht ewig.

Das JES entwickelt zusammen mit dem Theater Kohlenpott ein Stück über Kindheit im Deutschland der 1940er Jahre. Eine Geschichte über die heutige Großeltern-Generation, die erzählt über den Verlust von Sicherheit und Heimat, über Abschied und Neuanfang, über Lebensmut und die Kraft der Phantasie, die Welten verändern kann. Und über ein altes Karussell mit seinen Pferden und Figuren, das sich dreht und dreht und dreht.

 
Mit Sabine Zeininger
Inszenierung Frank Hörner
Dramaturgie Christian Schönfelder
Ausstattung Sandra Linde
Theaterpädagogik Peter Galka, Tamara Konrath

 

Eine Koproduktion mit dem theaterkohlenpott Herne
Mit Unterstützung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

 
Für Zuschauer ab 6 Jahren

 Oberes Foyer
Dauer der Aufführung: 50 Minuten
Uraufführung am 14. Dezember 2008


"Kindern jener Zeit eine Stimme zu geben mit einer leichten wie poetischen Aufführung ist ein besonderes Verdienst des JES. Frank Hörners humorvolle Inszenierung und Sabine Zeiningers differenziertes Spiel machen aus der Vorlage spannendes Erzähltheater von der Überlebenskraft, die uns die Fantasie schenken kann."
Stuttgarter Nachrichten

 
"Die Inszenierung kommt mit nur einer Darstellerin und einer Holzkiste als Bühnenbild aus. Wer glaubt, dies wäre zu wenig, kennt die Kiste nicht, welche die Erzählerin im Keller ihres Vaters Paul gefunden hat. Denn das Ding erweist sich als Wunderkiste. Nicht nur ist sie sehr wandelbar - mal Verkaufsbude, mal Kuhstall, mal Wohnstube -, sondern auch voller Tiere, Musik und Erinnerungen."
Stuttgarter Zeitung


 
 



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