Mai 2016

Keine Party für den Tiger

Eine Internet-Fabel von Martin Baltscheit

Was Neues für Hinterwäldler: Der Tiger vereinsamt, weil niemand einen Freund möchte, der zur Begrüßung Kehlen durchbeißt; das Reh ist vor lauter Ängsten am Rande einer Psychose; der Maulwurf tappt maulend und blind durch eine Welt, in der die gefräßige Bärin vor lauter Appetit keine neuen Futterstellen mehr findet; und von der Motte weiß man nicht einmal, dass es sie gibt.

Doch dann kommt: das Internet. Nicht Mann, nicht Frau, aber sehr attraktiv. Und schlagartig geht den Waldbewohnern ein Licht auf. Das Leben ändert sich, wird schön und verheißungsvoll, voller Liebe, ewiger Futterquellen und Chancen, endlich Teil einer großen friedlichen Gemeinschaft zu werden. Jetzt muss die tierische Community nur noch mit den Schattenseiten der modernen Technik fertig werden. Das geht am Anfang ganz gut, bis es nach einem 1 A - Shitstorm ein erstes Opfer zu beklagen gibt.

Martin Baltscheit gehört zu den bekanntesten Autoren des Kinder- und Jugendtheaters. Im Auftrag des JES hat er jetzt eine Fabel geschrieben über das Internet und die Verheißungen des technischen Fortschritts. Regie führt Frank Hörner, der seit Jahren immer wieder am JES inszeniert ("Superhero" und "Fight!") und lange vor dem Internet mit Martin Baltscheit zusammen die analoge Schule besucht hat.

Premiere der Uraufführung am 10.10.2015