Uno a uno - Ein Spiel für zwei
von Roberto Frabetti
Uraufführung am 6. November 2011
Für diese deutsch-italienische Kooperation untersuchen Brigitte Dethier, Roberto Frabetti und ihre jeweiligen Ensembles aus Stuttgart und Bologna den natürlichen Raum jedes Menschen, seine Privatsphäre: Wenn Erwachsene vor einem Kind stehen, denken sie häufig, das Recht zu haben, ohne weiteres seine „Stadt“ zu betreten, weil sie das Kind gern haben und sich um das Kind kümmern möchten. Doch jedes Kind, auch das allerkleinste, hat einen ureigenen Bereich, und wenn wir den betreten möchten, müssen wir um Erlaubnis fragen. Aber wir können die Kinder ermutigen, die Welt jenseits ihrer Stadt zu erkunden und so ihren Erfahrungsschatz zu erweitern.
Mit Prisca Maier und David Pagan
Inszenierung Brigitte Dethier
Beratung Roberto Frabetti
Ausstattung Maria Muscinelli
Musik David Pagan
Dramaturgie und Theaterpädagogik Peter Galka
Ab ca. 2 Jahren
Koproduktion mit La Baracca Teatro Testoni Ragazzi / Bologna, Italien
Gefördert im Fonds Wanderlust der Kulturstiftung des Bundes
Großer Erfolg auch bei den Allerkleinsten
Wenn ein Kind aber kaum mehr als Mama und Papa sagen kann, wie soll es da einer Theatervorstellung folgen können? [...] Bevor im Jungen Ensemble Stuttgart „Uno a Uno“ beginnt, sagen die Schauspieler erst einmal „Hallo, bitte zieht eure Schuhe aus“, was nicht nur praktischen Hintergrund hat: So vermitteln sie den Kleinen, die zum Teil noch sehr wackelig auf ihren Beinchen stehen, dass sie ganz normale Menschen sind, auch wenn sie gleich auf der Bühne stehen werden.
„Wanderlust“ nennt sich ein Fond der Kulturstiftung des Bundes, aus dem das Junge Ensemble Stuttgart (JES) Gelder bekommen hat, um mit dem Theater La Baracca aus Bologna zusammenzuarbeiten. Das hat sich auf Theater für die Allerkleinsten spezialisiert und Brigitte Dethier, die Intendantin des JES hat mit den Kollegen nun „Uno a Uno“ entwickelt, das sich ein Thema vorgenommen hat, das so banal wie philosophisch ist, so selbstverständlich wie existenziell: das Ich. [...]
Sehr langsam und unaufgeregt erobern Prisca Maier und David Pagan dieses Ich. Sie betasten ihre Ellbogen und ihre Finger, sie wiederholen häufig Ich und Du und erforschen vorsichtig die Bühne. Hier entdecken sie einen Ball, dort nickt ein Wackeldackel - und mit diesen sparsamen Requisiten erzählen sie die Geschichte vom Ich und seiner Welt, seiner Dingwelt.[...] Das ist sehr einfach, aber poetisch, verständlich, aber auch klug entwickelt.
[...] Was aber nehmen die Kinder von einem solchen Theater mit? Man kann sie nicht fragen, aber im JES waren sie höchst konzentriert und aufmerksam dabei, haben nicht nur später willig die Bühne und Requisiten selbst erobert, sondern auch während der kurzen Vorstellung immer wieder präzise das Spiel kommentiert – und damit den besten Beweis geliefert, dass das Konzept für Allerkleinsten in diesem Fall aufgegangen ist.
Stuttgarter Zeitung



