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Fotos: Tom Pingel

Uraufführung

 

Mandy - Im Tal der Ahnungslosen

 

Von Jörg Menke-Peitzmeyer • Stückauftrag des JES

 

Inszenierung Frank Hörner

Ausstattung Sandra Linde (Entwurf), Christine Bentele, Michaela Brosch

Dramaturgie Christian Schönfelder

Theaterpädagogik Günter Kömmet

 

Mit Sarah Kempin, Prisca Maier; Alexander Redwitz, Gerd Ritter, Matthias Hermann

 

Uraufführung am 20. März 2009

Für Zuschauer ab 14 Jahren / Theatersaal

Dauer der Aufführung: 105 Minuten




Ein schwäbisches Dorf im Herbst 1989. Leipziger Montagsdemos und Prager Botschaftsflüchtlinge sind hier nur Randnotizen im alltäglichen Trott. Auch in dem von Ralf, dessen Vater gerade gestorben ist, der bei seinem deutlich älteren Bruder Stefan lebt und noch keinen wirklichen Plan hat, was er mit seinem Leben anfangen soll. Am Tag der Beerdigung kündigt sich per Telegramm eine Mandy an. Stefan ist schlagartig verändert und verhält sich nur noch seltsam, seine Frau Sonja wittert eine Rivalin und Kneipier Zappa Frischfleisch. Stefan ahnt, dass Mandy niemand anders sein kann als die kleine Schwester, die sein Vater und er bei der Flucht über die deutsch-deutsche Grenze vor vielen Jahren zusammen mit der Mutter hatten zurücklassen müssen. Ein Geheimnis, das er nie jemanden anvertraut hat, auch nicht seiner Frau und seinem Bruder. Als Mandy aus Ost-Berlin schließlich auftaucht, beeindruckt sie die Alb-Bewohner mit ihrer Weltläufigkeit. Und stellt das Gefühlsleben der Familie auf den Kopf.

 

Über das Leben in der DDR, das Überwachungssystem der Staatssicherheit und die friedliche Revolution von 1989, ist in den letzten Jahren reichlich geschrieben, diskutiert und gefilmt worden. Aber wie war das im Westen? Wie ist man, sagen wir im Schwäbischen, also fernab von Grenzzaun und Genossen, Broilern und Plattenbauten damit umgegangen, in einem geteilten Land zu leben?

 

Jörg Menke-Peitzmeyer hat im Auftrag des Jungen Ensembles Stuttgart eine deutsch-deutsche Komödie geschrieben: über komplizierte Ost-West- Beziehungen, grenzüberschreitende Familienbande, aufkeimende Liebe und vergrabene Leichen.

 

 

 



Pressestimmen:

 

Hinter der quirlig bunten Fassade spielt sich das eigentliche, immer gleiche Drama ab. Es ist die Geschichte von zerplatzten Träumen, von den ungestillten Sehnsüchten. Mandys Auftauchen entlarvt eine Lebenslüge. Und auf einmal bekommt die heile schwäbische Welt eine Menge Risse. "Mandy - Im Tal der Ahnungslosen" ist Komödie, ist Tragödie, ist auf jeden Fall ein starkes Stück Theater. Und obendrein viel mehr als eine reine Ost-West-Geschichte.

SWR2

 

Auf der multifunktionalen Bühne zeigen sich die Schauspieler äußerst spielfreudig: Prisca Maier gibt die vernachlässigte Ehefrau Sonja, Gerd Ritter als Ehemann Stefan bemüht sich mit viel Nervenkraft um Normalität. Alexander Redwitz zeigt als jüngerer Bruder Ralf, dass ein Jugendlicher sich in solch einem Umfeld nicht entwickeln kann. Bühne frei also für Mandy (Sarah Kempin), die mit Charme und Frechheit die Verhältnisse zurechtrückt.

Stuttgarter Nachrichten

 

Mit rockigen 80er-Hits der Dire Straits, Pixies und ZZ Top lockert Regisseur Frank Hörner die Tristesse provinzieller Lethargie auf und wird dabei von Frank Wickermann mit einer überzeugenden Interpretation des in die Jahre gekommenen Kneipenwirts Zappa unterstützt.

Esslinger Zeitung

 

Weitere Informationen zu Stück und Inszenierung im Programmflyer.

 

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