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Uraufführung

 

Nach Schwaben, Kinder!

 

Regie Klaus Hemmerle Ausstattung Tilo Steffens Musik Frank Kuruc Text und Dramaturgie Christian Schönfelder Theaterpädagogik Peter Galka

 

Mit Sarah Kempin, Sabine Zeininger; Reinhold Ohngemach, Alexander Redwitz, Gerd Ritter sowie Django Hödl (Musik)

 

Uraufführung am 12. Juni 2010

Theatersaal / Dauer: 90 Minuten ohne Pause / Für Zuschauer ab ca. 11 Jahren

 






Ihre Eltern hatten keine andere Wahl: Weil im 19. Jahrhundert den kargen Almen der Alpentäler trotz harter Arbeit nicht genug Ertrag abzuringen war, um alle hungrigen Knechte und Kinder auf dem Hof zu ernähren, schickten Jahr für Jahr 5000 bis 6000 Bergbauern mindestens eines ihrer Kinder mit Beginn der Schneeschmelze hinab ins Alpenvorland, nach Schwaben. Dort wurden die 6- bis 15-jährigen Jungen und Mädchen auf Kindermärkten vermittelt und mussten den Sommer über als Hirtenkinder, Mägde und Knechte arbeiten. Gegen Kost und Logis und vielleicht noch für ein Handgeld, das sie im Herbst wieder mit nach Hause nehmen durften.

Für die Schwabengänger war es ein dreifach schwerer Weg: Sie mussten verkraften, dass ihre Eltern sie fortgeschickt hatten, sich mit schlechtem Schuhwerk, dürftiger Kleidung und in meist schlechter körperlicher Verfassung auf lange Fußmärsche begeben, über verschneite Bergpässe und nicht selten bei bitterer Kälte , Regen und Schnee. Vor allem aber mussten sie sich in einer für sie völlig fremden Welt zurecht finden: auf sich allein gestellt, konfrontiert mit Menschen, von deren Wohlwollen sie abhängig waren, deren Dialekt und Gebräuche sie jedoch oft kaum verstanden. Wie es ihnen in der Fremde erging, war oft Glückssache: Manch einer wurde behandelt wie ein Leibeigener, geschlagen, angeschrien und mit magerer Kost abgespeist. Andere genossen Familienanschluss, knüpften Banden für ein ganzes Leben und fanden manchmal gar den Ausweg aus der heimatlichen Armut.

Das JES begibt sich auf die Spur der Bergbauern-Kinder und folgt ihrem Weg aus den kargen Tälern des Voralbergs, Tirols und Bregenzer Waldes hinab ins reiche Schwaben. Regisseur dieses aus Original-Material und Improvisationen entwickelten Stücks ist Klaus Hemmerle, der nach „Die Kuh Rosmarie“, „Bonnie und Clyde“ und „Die Brüder Löwenherz“ seine 4. Inszenierung am JES erarbeitet. Als Komponist steht ihm auch diesmal wieder Frank Kuruc zur Seite.

 

Pressestimmen:

"Eine ganz ungewöhnliche, intensive Produktion, die nicht nur Regionalgeschichte nachzeichnet, sondern indirekt viel über die Gegenwart erzählt."

Stuttgarter Zeitung

 

"Unbedingt anschauen! ... Klaus Hemmerles Inszenierung berührt mit hoher Musikalität, poetischen Bildern und der Wandlungsfähigkeit der Schauspieler Sarah Kempin, Sabine Zeininger, Reinhold Ohngemach, Alexander Redwitz und Gerd Ritter sowie des Musiker Django Hödl."

Stuttgarter Nachrichten

 

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Weitere Informationen zu Stück und Inszenierung im Programmflyer.


   




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