

Uraufführung
Pizza senza Mamma
Regie Brigitte Dethier
Ausstattung Julia Schiller
Choreographie und Video Barbara Schröer
Dramaturgie Christian Schönfelder
Theaterpädagogik Martina Strässler
Mit Tina Eberhardt; Pietro Micci, Alexander Redwitz
Uraufführung am 10. Oktober 2009
Für Zuschauer ab 8 Jahren
Dauer: ca. 60 Minuten
Theatersaal
Eine tragikomische Geschichte über fremde Welten und die Sehnsucht nach echten Vätern. Sie spielt in einer kleinen Pizzeria irgendwo in Italien. Mit Madonna-Statuen, billigen Pokalen des regionalen Fußballclubs, einem alten Fernseher. Vor dem Fenster Wäscheleinen. Eine gemütliche Dorf-Idylle, die so schnell durch nichts zu erschüttern ist.
Doch vorne am Tisch sitzen zwei Kinder, allein. Sie wirken sehr hungrig, jedenfalls stopfen sie die Pizza gierig in sich hinein. Giuseppe, der Pizza-Bäcker, weiß nicht, wo sie herkommen, wo sie hinwollen, wo ihre Eltern sind. Er versteht ihre Sprache so wenig wie sie seine. Er weiß nur: Er will Feierabend machen. Aber die Kinder bleiben stur. Giuseppe wird bewusst: Dieses Geheimnis muss er ergründen, wenn er die Situation in den Griff bekommen möchte. Und so kommen sie sich allmählich näher, die Kinder und der Pizza-Bäcker und entdecken überrascht, dass sich ihre Ängste, Sehnsüchte und Träume ähnlicher sind, als sie das für möglich gehalten hätten.
Für ihre Stückentwicklung, dem ersten Projekt zum Spielzeitthema „Fremde Welten“, hat sich JES-Intendantin Brigitte Dethier von einem realen Fall inspirieren lassen, der im April des Jahres Schlagzeilen gemacht hat: Eine junge Mutter hatte gemeinsam mit ihrem neuen Freund die eigenen Kinder in einer Pizzeria im Aosta-Tal zurückgelassen. Die Schlagzeilen widmeten sich fast ausschließlich der vermeintlichen Raben-Mutter. Über die Kinder war nur zu erfahren, dass sie lange Zeit gar nichts gemerkt hatten von der Situation, weil der freundliche Besitzer der Pizzeria sie abgelenkt und bei Laune gehalten hatte. Was aber passiert mit zwei Kindern, wenn sie plötzlich auf sich allein gestellt sind in einer fremden Umgebung, in einem fremden Land?

Pressestimmen:
Das JES hat sich einiger zeitnaher Stoffe angenommen, hat Themen wie Alter und Obdachlosigkeit verhandelt. Aber so schmerzhaft nahe, so melancholisch und tieftraurig war bisher keines der Stücke. Dabei ist es zugleich höchst komisch, was die Regisseurin Brigitte Dethier auf die Bühne gebracht hat für Kinder und unbedingt auch für Erwachsene.
Giuseppe, der Kellner, ist ein Bilderbuchitaliener, der durch die Sätze rast, sie dramatisch mit wilden Gesten unterlegt. Trotzdem können sie sich einfach nicht verstehen. Nur so viel wird klar: "Coca Cola kaputt" - es gibt keine mehr.Pietro Micci, selbst Italiener, spielt diesen Kellner mit so viel Verve und Lust, dass man sich kringelig lachte, wären da nicht die kurzen Flashbacks. (...)
Die Schauspieler Tina Eberhardt und Alexander Redwitz sind zwar erwachsen, finden sich aber überzeugend in die Kinder ein.
Stuttgarter Zeitung
"Pizza senza Mamma" handelt von der kindlichen Sehnsucht nach Geborgenheit und Brigitte Dethier hat die Uraufführung tänzerisch leicht ausbalanciert zwischen Ernst, Komik und Ironie.
Stuttgarter Nachrichten
JES und Schule Spielplan Produktionsübersicht
Weitere Informationen zu Stück und Inszenierung im Programmflyer.

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