• Interview

    Interview mit Milan Gather

     

    Um was geht es in Deinem Stück "Astronauten"? Erzähl mal.

    Es geht um einen jungen Mann, der am Anfang seiner Ausbildung zum Astronauten steht. Davon soll er erzählen: Wie es ist, aus über 8000 Bewerber*innen ausgewählt worden zu sein, um im Namen der Wissenschaft und der Menschheit den Weltraum zu erkunden. Was man alles lernt und welchen Extremsituationen man sich aussetzt, um für die noch weit in der Zukunft liegenden Weltraummissionen zu trainieren. Und dann ist da noch der große Traum, zum Mond zu fliegen.

    Aber seit der letzten Trainingsexpedition mit seinem Team ist alles aus den Fugen:  Gefährliche Situation. Eine kurze Ablenkung. Und eine Kollegin war seinetwegen in Gefahr. Und jetzt muss er sich mit etwas auseinandersetzen, das lange in Vergessenheit geraten war. Eine ungesühnte Schuld aus seiner Jugend fällt auf ihn zurück. Eine Schuld, die gar nicht in das Selbstbild eines Astronauten passt. Es geht um Brutalität und Einsamkeit. Und um einen ehemaligen Mitschüler, der damals schon ganz weit weg fliegen wollte.

     

    Ok, also, Du spielst einen jungen Mann, der Astronaut werden will. Welchen Berufswunsch hattest Du eigentlich als Kind bzw. als Jugendlicher?

    Da war ich schon immer relativ inkonsequent. Wollte schon einiges werden. Von Kellner über Fußballer bis Physiker war alles dabei. Das mit dem Theater kam dann erst später.

     

    Wie bist Du auf die Story und das Thema gekommen? Wenn Du Dich an Deine eigene Schulzeit zurück erinnerst: Welche Erfahrungen mit Mobbing und Gewalt hast Du da gemacht?

    Ich habe, wie die Hauptfigur, vieles aus meiner Jugend verdrängt. Und in den letzten Jahren kam einiges zurück und hat mich sehr beschäftigt. Unter anderem eben die Mobbinggeschichten. Da stand ich mal auf der einen, mal auf der anderen Seite. Und dann habe ich mich mit dem Thema beschäftigt und gemerkt, es geht und ging vielen so wie mir. Mobbing zieht sich durch alle Zeiten, Milieus, Geschlechter und jedes Alter. Also habe ich versucht, möglichst divers zu recherchieren und mit verschieden Leuten, die auf unterschiedliche Arten Erfahrungen mit dem Thema gesammelt haben, zu sprechen. Das war spannend, teils überraschend und sehr berührend.

     

    Du spielst ja nicht nur dieses Solostück, Du hast es auch selbst geschrieben. Wie bist Du zum Schreiben gekommen? Was reizt Dich daran?

    Geschrieben habe ich schon immer gerne. Meiner Familie habe ich zu Weihnachten immer selbstgeschriebene Geschichten geschenkt. Ein paar habe ich mir neulich nochmal angeschaut und mich totgelacht. Was für Stereotype ich mit 15 versucht habe, zu erzählen und wovon ich dachte, dass es literarisch besonders anspruchsvoll klingt… Schon komisch. Aber das geht vielleicht auch nie weg, dass man sich zehn Jahre später fragt, was man sich damals eigentlich gedacht hat. Und damit wären wir wieder bei einer der Kernfragen des Stücks: Wie konnte ich nur?

     

    Seit Anfang Januar probst Du in einem "richtigen" Klassenzimmer in einer Schule (vielen Dank an dieser Stelle an die Falkertschule und die Schloss-Realschule!). Was macht der Ort mit Dir? Welchen Einfluss hat es auf das Spielen?

    Da werden schon mal Erinnerungen wach. Und manchmal kommt dieser Wunsch auf, dass junge Menschen heute besser miteinander umgehen als ich es früher erlebt habe. Und dadurch kommt ein Stück weit das Verantwortungsgefühl, der nächsten Generation ein gutes Vorbild zu sein. Und ihr nicht schon die Empathielosigkeit vorzuleben. Denn ich glaube, was in Schulen passiert, ist oft auch ein Abbild der „erwachsenen“ Gesellschaft. Ich finde, es ist jedenfalls die Frage wert, wie Schüler*innen so häufig darauf kommen, die „Fremden“, die „Neuen“, die „Schwachen“ zuerst einmal abzulehnen und an den Rand zu drücken.

     

    Mitte Februar ist Premiere an der Schule. Auf was freust Du Dich am meisten?

    Auf die Reaktionen der Schüler*innen!

     

    Im Mai gibt es eine zweite Premiere des Stücks im JES, d.h. das Stück und die Inszenierung werden dafür etwas adaptiert. Kannst Du schon etwas verraten?

    Nicht viel. Aber es wird auf jeden Fall anders als im Klassenzimmer. Im Theater stehen uns andere Mittel und Freiheiten zur Verfügung.

     

  • Video

    Trailer

Astronauten

von und mit Milan Gather

Ein junger Mann lebt den Traum vieler junger Menschen: Er wird Astronaut. Und erzählt: Von den Strapazen des Auswahlverfahrens. Von der Erfahrung der Schwerelosigkeit, dem Überlebenstraining unter Extrembedingungen. Von der Analogie-Mission in einer Höhle, um 2000 Meter unter der Erde für die nächste Mondlandung zu trainieren. Vom Blick zurück auf den verletzlichen blauen Planeten und von der Demut vor dem Leben.

Aber da ist noch etwas Anderes. Etwas, das den jungen Mann mehr und mehr aus dem Konzept bringt. Und das hat zu tun mit seiner eigenen Jugend. Mit einer nie gesühnten Schuld, die ihn verfolgt, mit Brutalität und Einsamkeit. Und mit einem Mitschüler, der damals schon davon geträumt hat, fliegen zu können. 

Schul-Premiere am 15. Februar 2019
JES-Premiere am 17. Mai 2019

Empfohlen für Jugendliche ab 12 / Klassen 7-10

DIESES STÜCK IST AUCH ALS KLASSENZIMMERSTÜCK BUCHBAR.
WEITERE INFORMATIONEN DAZU FINDEN SIE HIER.


Besetzung

Aktuelle Spieltermine

25.06.2019
mobil buchbar

09:00 - 13:00

Ausverkauft

26.06.2019
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09:00 - 13:00

27.06.2019
mobil buchbar

09:00 - 13:00

02.07.2019
mobil buchbar

09:00 - 13:00

03.07.2019
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09:00 - 13:00

04.07.2019
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11.07.2019
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12.07.2019
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Alter:

Spielort

Oberes Foyer

Länge

1:00 Stunde(n)

Alter

12+

Preis

Erwachsene
10,00 €

Kinder/Jugendliche
10,00 €