Patricks Trick
  • Interview

    Interview mit Regisseur und Autor Kristo Sagor

     

    Gerd Ritter und Lucas Federhen spielen den elfjährigen Patrick und dessen ungeborenen Bruder. Nach Antworten suchend auf die Frage danach, wie man eigentlich eine Sprache lernt, begegnen sie in einem rasanten Rollenwechselspiel vielen weiteren Figuren, die Kristo Sagor als Autor erfunden und nun als Regisseur bei uns im oberen Foyer auf die Bühne gebracht hat. 

    Wir haben ihm einige Fragen zum Stück und zu seiner Arbeit als Autor und Regisseur gestellt.


    Wie ist "Patricks Trick" entstanden? Wie lange hast Du an dem Text geschrieben?

    Die Idee zu dem Text hatte ich schon vor vielen Jahren. Eigentlich sollte es ein Kinderbuch werden, aber Stefan Fischer-Fels vom Grips-Theater hat mich überzeugt, dass der Stoff auch ein Stück sein könnte. Dann wurde ich
    zum Berliner Kindertheaterpreis eingeladen, um dort „Patricks Trick“ auszuarbeiten.
    Die Idee, daraus einen „Two-Hander“ zu machen, wie man im Englischen sagt, ein Stück mit nur zwei Darstellern, hatte ich, weil ich „Mickybo und ich“ von Owen McCafferty in der Regie von Hanna Müller gesehen habe.
    In dem Stück stellen die Schauspieler, die Mickybo und Mojo spielen, auch alle anderen Figuren dar. Das Schreiben selbst ging dann rasend schnell. Ich habe das Stück in zweimal anderthalb Tagen geschrieben. Das ist meist
    so bei mir: Die Vorüberlegungen dauern sehr lange, das eigentliche Schreiben ist ein Rausch.


    Du hast in der Vergangenheit bereits am JES inszeniert. Welche Erwartungen oder Wünsche hast Du an die neue Produktion bei und mit uns?
    Das JES ist eines der Theater, an denen ich mich sehr wohl fühle. Die Atmosphäre ist familiär, die Wege sind kurz. Alle arbeiten konstruktiv, freundlich und künstlerisch zielorientiert. Es sollte also alles einfach so sein wie die
    letzten Male. :-)


    Inwiefern ist es etwas Besonderes, als Autor das eigene Stück zu inszenieren?
    Das ist ein besonderes Privileg. Ich kenne den Text sehr gut, kenne ihn bis in die Kapillargefäße. Und ich mag es, wenn zwischen dem Schreiben und dem Probenbeginn richtig Zeit vergangen ist, gern ein paar Jahre. Dann habe ich vieles wieder vergessen, und der Neuentdeckungsprozess mit den Schauspielern ist ehrlich und auf ihre Nöte und Suchbewegungen hin ausgerichtet. Es hilft natürlich auch, wenn ich zu dem Zeitpunkt schon
    andere Inszenierungen des Stückes gesehen habe, aber das sollte dann auch schon wieder länger her sein, damit ich mich auch daran nicht mehr zu genau erinnere. Wenn die Schauspieler deinen Text mögen, kriegst du gleich einen Vertrauensvorschuss. Das Gegenteil ist mir zum Glück noch nie passiert.


    Worauf freust Du Dich im Hinblick auf die Inszenierung von "Patricks Trick" am meisten?
    Es wird sicher Spaß machen die Eigenheiten der zwölf Figuren zu erfinden. Die Unterschiede müssen deutlich genug sein, damit die Figuren klar erkennbar sind, und fein genug, damit man sie ernstnehmen kann. Und ich freue mich sehr darauf, wieder mit Gerd Ritter zu arbeiten.

     

Patricks Trick


Von Kristo Sagor

Patrick ist elf Jahre alt und bekommt bald einen kleinen Bruder. Am liebsten hätte er ja einen coolen, großen Bruder, aber wenn man sich erst mal an den Gedanken gewöhnt hat, jetzt selbst dieser lässige große Bruder zu werden, ist es eigentlich auch wieder ganz okay. Aber irgendetwas stimmt nicht. Mama und Papa tuscheln hinter verschlossener Tür über Dinge, die Patrick überhaupt nicht versteht. Von einer Behinderung ist da die Rede und auch davon, dass der kleine Bruder vielleicht niemals richtig sprechen lernen wird. Papa und Mama scheinen darüber sehr verzweifelt und wissen nicht weiter. Weil sie nicht mit Patrick darüber sprechen, beschließt dieser, selbst herauszufinden, was es denn nun mit dieser Behinderung auf sich hat. Und wie lernt man eigentlich eine Sprache?

Patrick macht sich auf die Suche nach Antworten auf seine Fragen. Er erkundigt sich bei einem kroatischen Boxer, einem Professor, seinem besten Freund Valentin und vielen anderen und kommt dabei ganz allmählich zu dem Schluss, dass man eigentlich ziemlich viel lernen kann, solange man sich traut, Fragen zu stellen.

In einem wilden Rollenwechselspiel erzählen uns Patrick und sein ungeborener Bruder mit großer Leichtigkeit diese temporeiche und humorvolle Geschichte über Sprache und Identität.

Ausgezeichnet mit dem Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg 2014.

PREMIERE am 28. November 2015

„Patricks Trick“ von Kristo Sagor ist auch als eBook erschienen. Über die Website www.textbuehne.eu können Sie das Theaterstück in diversen Online-Shops bestellen.


Besetzung

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Spielort

Oberes Foyer

Länge

1:00 Stunde(n)

Alter

9+

Preis

Erwachsene
8,00 €

Kinder/Jugendliche
5,50 €