SCREAM

SCREAM

Ein populistisches Mashup

Wer am Lautesten schreit, hat zwar noch lange nicht Recht, doch gehört wird er allemal. So sind in der Politik wieder diejenigen laut geworden, die sich gegenseitig übertrumpfen mit ihren Provokationen und der Verknappung und Emotionalisierung von Inhalten. Wenn es um öffentliche Aufmerksamkeit geht, scheint jedes Mittel recht. Angst wird geschürt, um politische Kräfte zu mobilisieren. Das Verständnis von Wahrheit scheint weniger von Fakten, als von Meinungen, Gefühlen und den 280 Zeichen eines Tweets abzuhängen. Der Ton wird härter. Die Sprache lässt das strenge Bemühen um politische Korrektheit hinter sich, zugunsten einer Haltung des Das-wird-man-ja-wohl-noch-sagen-Dürfens. Dabei sind die Rollen im populistischen Weltbild klar verteilt: WIR sind die Guten, die ANDEREN unsere Feinde!

Wie geht man damit um? Was kann man dem entgegensetzen, wenn man das Spielfeld nicht den Schreihälsen überlassen will? Muss man sich den populistischen Werkzeugkasten vielleicht selbst zunutze machen, um mit der eigenen Meinung durchzudringen? Und was meinen wir eigentlich genau, wenn wir von Populismus sprechen?

Backstage rauchen die Köpfe: Wie bringt man ein Thema auf die Bühne, bei dem man selbst nicht genau weiß, was tun? Doch die Uhr tickt, die Show beginnt und den vier Showmaster*innen bleibt nur die Flucht nach vorn. Aus Ratlosigkeit entsteht ein Spiel, ein buntes Mashup aus Szenen, Musik und Video. Eine gemeinsame Suchbewegung, ein mutiges In-den-Werkzeugkasten-Greifen und Ausprobieren. Ein Versuch, die Mechanismen des Populismus und der populistischen Sprache zu verstehen und nach den Konsequenzen solchen Handelns zu fragen.

Mit „Scream“ zeigt Sascha Flocken seine erste Regiearbeit am JES, die er gemeinsam mit dem Ensemble entwickelt hat.

Premiere der Uraufführung am 13. Januar 2018


Besetzung

Stückempfehlungen
R.E.S.P.E.C.T.

Respekt vor mutigen Fragen und schmerzhaften Antworten. Respekt vor dir, deiner Geschichte, deiner Religion. Vor dem Jüngsten, der Klügsten, den Eltern, den Andersdenkenden – und was, wenn nicht?

Alter: 14+

Girls Boys Love Cash

Das ist mein Körper. Ich kann damit machen, was ich will. Das ist dein Geld. Ich will es. Aber wie komme ich an Geld, wenn ich nichts anzubieten habe? Eine Koproduktion mit dem Citizen.KANE.Kollektiv

Alter: 15+

Tigermilch

Nini und Jameelah wollen diesen Sommer die Welt erobern, das Leben auskosten, lachen, weinen, lieben. Sie sind unzertrennlich, doch plötzlich ist Jameelah von Abschiebung bedroht...

Alter: 15+

Juller

Nach der Biografie des deutsch-jüdischen Fußball-Nationalspielers Julius Hirsch | Von Jörg Menke-Peitzmeyer | Auftragswerk des Theaters der Jungen Welt

Alter: 15+

Der Steppenwolf

Harry Haller leidet. An der Gesellschaft, an sich und an seinem Wesen. An dem Widerspruch, dass er die Bürgerlichkeit verachtet, aber deren Ordnung als Halt braucht. An der Zerrissenheit seiner Persönlichkeit: Er hasst genau das, wonach er sich sehnt, verhönt diejenigen, denen es gelingt, sich zu vergnügen, und kokettiert mit seinem Selbstmord. Bis er Hermine trifft, eine junge Frau, die mit ihrer Lebenslust seinem Leben zumindest zeitweise einen anderen Inhalt gibt...

Alter: 15+

Spielort

Theatersaal

Länge

1:30 Stunde(n)

Alter

14+

Preis

Erwachsene
12,00 €

Kinder/Jugendliche
7,00 €