
Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg
Im Rahmen der SCHÖNEN AUSSICHT wird traditionell der Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg verliehen. Mit insgesamt 27.500 Euro gehört der Preis zu den am höchsten dotierten Dramatiker*innenpreisen im deutschsprachigen Raum und beinhaltet einen Haupt- und einen Förderpreis sowie ein Stipendium für eine Stückentwicklung mit Autor*in. Gestiftet wird der Jugendtheaterpreis vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung, Kunst.
Anmeldung bitte per Mail an ticket@jes-stuttgart.de

Jugendtheaterpreis 2024 Foto: Domenique Brewing
Die Gewinner*innen des Jugendtheaterpreises Baden-Württemberg stehen fest:
Sergej Gößner wird für „ich sehe was / was du nicht siehst“ mit dem Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg 2026 ausgezeichnet. Der Förderpreis geht an Leah Luna Winzely („Der Wassermann“), das Projektstipendium an Kai Bosch und das Junge Ensemble Stuttgart (JES) für die Stückentwicklung „10 von 10“.
Der Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen für Theater für junges Publikum im deutschsprachigen Raum. Er ist mit insgesamt 27.500 Euro dotiert, wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst vergeben und alle zwei Jahre ausgeschrieben.
Die Auswahl traf eine Fachjury aus Vertreterinnen und Vertretern der Mitgliedstheater des Arbeitskreises Junges Theater Baden-Württemberg sowie externen Expertinnen und Experten. Rund 100 Stücke wurden eingereicht. Neben den Gewinnern hat die Jury in diesem Jahr erstmals eine Longlist zusammengestellt mit Stücken, die sie als besonders bemerkenswert eingestuft hat. Die Preisverleihung findet am 19. Mai 2026 im Rahmen des Internationalen Kinder- und Jugendtheaterfestivals „SCHÖNE AUSSICHT“ am Jungen Ensemble Stuttgart statt.

Sergej Gößner (Foto: Magdalena Höfner)

Leah Luna Winzely
Erster Stückepreis (15.000 Euro)
Sergej Gößner:„ich sehe was / was du nicht siehst“
Der Dramatiker lädt mit diesem Stück ein, sich zu erinnern: eine Hausparty, Flaschendrehen, der erste Kuss – vielleicht mehr? Doch was, wenn die Erinnerung nicht unbeschwert ist, sondern einer Grenzerfahrung gleichkommt. In sensiblen, fast poetischen Tönen bewegen wir uns zwischen Erinnern, Vermuten und Vergessen (wollen). Gößner zeichnet vielschichtige Perspektiven zu sexualisierter Gewalt unter Jugendlichen, Machtmissbrauch, Unsicherheit, Scham und der Schwierigkeit Grenzen zu ziehen – und die richtigen Worte zu finden, um vor allem ernst genommen zu werden.
Förderpreis (5.000 Euro)
Leah Luna Winzely:
„Der Wassermann“
Das Stück eröffnet eine Welt, in der Sehnsucht in all ihren Facetten Raum bekommt. Denn Lasse glaubt fest daran: Sein Papa ist nur nicht bei ihm und seiner Mutter, weil er ein Wassermann ist. Doch dafür wird er von seinen Mitschülerinnen und Mitschülern ausgelacht. Zum Glück ist da Ju – und lässt Lasse nicht allein. Mit dichter, sprudelnder Sprache zieht Leah Luna Winzely uns in einen Strom von Gefühlen und zeichnet eine liebevolle Freundschaft, die Raum für neue, eigene Wege bereithält mit Verlust umzugehen.
Projektstipendium (7.500 Euro)
Kai Bosch und Junges Ensemble Stuttgart: „10 von 10“
Die Stückentwicklung „10 von 10“ für 10- bis 13-Jährige soll von der Lebensrealität junger Menschen mit Behinderung handeln – jedoch nicht aus einer Defizitperspektive, sondern mit Humor. Die Entwicklung und Umsetzung der Idee ist als enge Zusammenarbeit zwischen dem Ensemble des JES und dem jungen Stuttgarter Comedian Kai Bosch geplant, der mit Tetraspastik und Stottersymptomatik geboren wurde. Geplant ist außerdem ein mixabled Cast auf der Bühne und auch für die Regie führt das JES Gespräche mit Künstlerinnen und Künstlern mit Behinderung.
Longlist:
Lili Roesing: „Rückenschwimmen“
Regina Dürig: „Neue Körper am Ende der Welt“
Jara Nassar: „Zweihundert Grad Kalt“