Warum das Kind in der Polenta kocht

Nach dem Roman von Aglaja Veteranyi

© 1999 im DVA Verlag, in der Penguin Random House Verlagsgruppe.

„Mein Land kenne ich nur vom Riechen. Es riecht wie das Essen meiner Mutter. Mein Vater sagt, an den Geruch seines Landes erinnert man sich überall, man erkennt ihn aber nur, wenn man weit weg ist.“

„Warum das Kind in der Polenta kocht“ ist die Geschichte eines jungen Mädchens, die zwischen zwei Welten aufwächst: der farbig verklärten Heimat von Zirkus und Wohnwagen und der harten Wirklichkeit des ständigen Fremd- und Unterwegsseins.

Auf der Bühne im JES stehen eine Schauspielerin und ein junges Mädchen, die sich der Geschichte von Aglaja Veteranyi stellen. Gemeinsam mit Regisseurin Yeşim Schaub suchen sie in den gegenüberstehenden Perspektiven der Figuren nach dem vielschichtigen, manchmal widersprüchlich verzweigten Gefühl des Fremdseins, das auch immer wieder durch präzise gezeichnete Bilder gebrochen wird, und setzen sich eindrücklich damit auseinander.

Wie ist es möglich, die Erfahrung von Heimatlosigkeit trotz unterschiedlicher Geschichten, Alter und Hintergründen zu teilen? Gerade in Zeiten der aktuellen Kriege und Fluchtbewegungen überschneidet sich Aglajas Suche nach einem Ort, an dem sie ankommen kann, untrennbar mit der uns umgebenden Realität.

Hinweis zu sensorischen Reizen

Folgende Reize kommen stellenweise in der Inszenierung vor:

– Wenige Minuten nach Beginn der Vorstellung flackert das Licht und mehrere Lichtpunkte bewegen sich durch den Raum. Kurzzeitig leuchtet das Licht in den Zuschauendenraum. Der Effekt dauert ca. 15 Sekunden.
– Einsatz von Musik und tropfenden Geräuschen
– Schwaches Licht, Dunkelheit sowie schnelle Lichtwechsel und flackernde Lichtröhren
– Federn und Wasser fallen/tropft von der Decke auf die Bühne
– Eine rohe Zwiebel wird gegessen, was einen starken, typischen Geruch erzeugt
– Einsatz einer Windmaschine rechts neben dem Bühnenbild, wodurch sich ein Vorhang leicht hin und her bewegt
– Auf der Bühne hängt künstliches Haar um ein Gerüst herum, an dem die Spielerinnen hochklettern, sich runterhängen lassen und darin verschwinden. Manchmal sind sie nur mit einzelnen Körperteilen zusehen.
– Die Spielerinnen zeigen große Gefühle
– Die Spielerinnen sprechen zum Publikum und spielen es stellenweise an.
– Eine Spielerin kratzt sich in einer Szene hörbar für ca. 10 Sekunden stark und schnell am Oberschenkel.
– Eine Spielerin wäscht sich ihr Haar mit einer weißen, milchigen Flüssigkeit.
– In einer Szene spucken die beiden Spielerinnen in eine Wanne. Später zeigen sie dem Publikum die Speichelflecken.

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Video: Adrian Schmidt

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13.03.2024 11:00 Uhr

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19.03.2024 11:00 Uhr

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